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Frisches Konzept für Völklinger Fische: Vermarktung im Fokus

Peter Zeller
Peter Zeller FOTO: Becker & Bredel
Völklingen. Er lobt die Qualität der Fische und die Kompetenz des Mitarbeiter-Teams. Auf dieser Basis und mit professionellem Marketing will Peter Zeller die Völklinger Meeresfischzucht zum Erfolg führen. Doris Döpke

Für die Völklinger Stadtwerke ist das Kapitel Meeresfischzucht beendet. Seit dem 6. August gehört die Anlage, in die der kommunale Betrieb mehr als 20 Millionen Euro gesteckt hat, privaten Investoren. Die Fresh Völklingen GmbH und die Fresh Real Estate GmbH - beide im Juni gegründet, beide unterm Dach einer gemeinsamen Holding - verantworten jetzt Betrieb und Immobilien-Verwaltung. Der Schweizer Peter Zeller (46), Marketing-Fachmann und Geschäftsführer aller drei Gesellschaften, will jetzt vor allem forcieren, was zuvor vernachlässigt worden war: die Vermarktung der Fische . Er hat eine neu kreierte Marke ("Love Fresh"), ein neues Logo und eine moderne, eingängige Werbekampagne mitgebracht. Drei firmeneigene Kühlwagen - zwei Kleintransporter und ein 40-Tonner - sorgen dafür, dass Kunden beliefert werden können; bislang fehlte jegliche Logistik. Zeller will die bisherigen Kundenbeziehungen pflegen und zugleich langfristige neue Partnerschaften aufbauen. Seine neuen Ziel-Märkte sind die Schweiz und Luxemburg, wo es nach Zellers Auskunft bereits Gespräche gibt mit dem führenden Gastronomie-Lieferanten. Von der Nachfrage aus soll dann über den - fälligen - Neubesatz mit Fischen entschieden werden. Doraden und Wolfsbarsche will Zeller weiter aufziehen, die Kingfish-Mengen möglicherweise sogar steigern. Diese Fischart, sagt er, sei ideal für japanische Sashimi-Rohfisch-Gerichte und in Europa sonst nirgends frisch zu erhalten.

Vorab aber müsse die Anlage technisch überholt werden. Außerdem seien Umbauten geplant. Die Mitarbeiter bleiben, die neuen Betreiber haben das komplette Team übernommen.

Nach Zellers Auskunft finanzieren sich die neuen Gesellschaften ausschließlich aus Einlagen privater Investoren, es sei kein Darlehen im Spiel. Die Finanzdecke reiche aus für den Betrieb der ersten zwei Jahre.

Die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft soll weitergehen, sogar verstärkt werden. Die "Fresh"-Leute haben auch die Forschungshalle auf dem Gelände erworben, ebenso die Schlachtungs-Container.