Friedrich Liechtenstein: Erhabenes und Bizarres vom Edeka-Brummbär

Friedrich Liechtenstein: Erhabenes und Bizarres vom Edeka-Brummbär

Im Februar bekam man seine Brummbärenstimme nicht aus dem Ohr. Da pries in Werbespots ein graubärtiger Mann reiferen Alters die Produkte von Edeka als "supergeil" an oder auch als "seeehr seeehr geil".

Schlagartig bekannt wurde Friedrich Liechtenstein , der eigentlich Hans-Holger Friedrich heißt und als Schauspieler arbeitet. Nach einigen Singles (schon vor dem Edeka-Rummel) legt er unter seinem Kunstfiguren-Namen Liechtenstein nun ein denkwürdiges und auch merkwürdiges Album vor: Auf "Bad Gastein " blubbern billig klingende Elektro-Rhythmen, ein Streicherteppich wird ausgerollt - und Liechtenstein raunt sonor vor sich hin: Um Erfahrungen geht es, um eine Reise ins besagte Bad Gastein und um das Leben an sich. Von dem erzählt er zehn Minuten lang in "Belgique, Belgique" - einer Kurzbiografie zwischen Dichtung und Wahrheit, Elektro und Schlager, biografisch angelegt zwischen "Gründung einer freien Tankstelle" und der Ehe "mit der Tochter eines polnischen Bauunternehmers". Soso.

Der absurde Witz der Texte setzt sich in der Musik fort. Da steht Erhabenes wie das melancholische "Das Zimmer" neben einer Cover-Version von Burt Bacharachs "Close to you", die wie das Werk eines in die Jahre gekommenen Alleinunterhalters an der Heimorgel klingt. Je nach Geschmack wundert man sich da - oder lächelt.

Friedrich Liechtenstein :

Bad Gastein (Staatsakt/RTD).