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Erinnerungen an das letzte Bundesliga-Comeback
Wer wird Fortunas neuer Schahin?

Dani Schahin jubelt nach einem Treffer für Fortuna.
Dani Schahin jubelt nach einem Treffer für Fortuna. FOTO: rpo, Falk Janning
Auf den Tag genau vor sechs Jahren gaben die Düsseldorfer ihr Bundesliga-Comeback – gegen den FC Augsburg, wie auch am Samstag. Damals ging dank zweier Treffer zum 2:0-Sieg Dani Schahins Stern auf. Sein Nachfolger wird gesucht. Von Bernd Jolitz

Nur ein Jahr lang trug Dani Schahin das Fortuna-Trikot. Und vermutlich hätten ihn die meisten Anhänger längst vergessen, wenn es nicht ein so spektakuläres Jahr gewesen wäre. Schahin, im Sommer 2012 von Mitaufsteiger Greuther Fürth gekommen, erzielte acht Treffer und wurde damit in Fortunas erster Bundesligasaison nach 15-jähriger Abstinenz bester Torschütze des Klubs. Den Abstieg konnte er damit freilich auch nicht verhindern, und so zog er mit dem bemerkenswerten Satz „Ich sehe mich als Bundesligaspieler“ weiter zum FSV Mainz 05 und wurde in keiner seiner folgenden Stationen glücklich.


Am 25. August 2012 sah das ganz anders aus. In der Partie beim FC Augsburg – der auf den Tag genau sechs Jahre später am Samstag in der Arena erneut Gegner beim nächsten Düsseldorfer Erstliga-Comeback sein wird – wurde der seinerzeit 23-Jährige in der 60. Minute für Nando Rafael eingewechselt. Er bedankte sich dafür bei Trainer Norbert Meier auf besondere Weise: Nur acht Minuten später erzielte er mit einer fulminanten Bogenlampe aus vollem Lauf das erste Saisontor der Rheinländer. Weitere elf Minuten später legte Schahin das 0:2 nach, das den Aufsteiger um nur ein Tor hinter dem großen FC Bayern auf Tabellenplatz zwei brachte.

Für den überglücklichen Nachwuchsstürmer begann ein Feier-Marathon. Zunächst vor dem Gästeblock des Augsburger Stadions, wo er per Megafon und nur leicht souffliert vom gesperrten „Lumpi“ Lambertz – der Kapitän war ja nach dem Relegationsspiel gegen Hertha BSC mit einem Bengalo in der Hand erwischt worden – die „Humba“ anheizte. Später dann im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF, wo er einen sympathischen Eindruck hinterließ.



Das Erwachen war für Schahin, der wie sein Verein einer Traum-Hinrunde eine Alptraum-Rückserie folgen ließ, ausgesprochen böse. Die so strahlend begonnene Saison endete mit dem Abstieg – und hier sollen, so der Wunsch Fortunas, die Parallelen zur Saison 2012/13 enden.

Gegen einen erneuten 2:0-Sieg über Augsburg am Samstag hätte der Aufsteiger indes nichts einzuwenden, und es gibt auch einige Kandidaten, die Schahins Rolle vom 25. August 2018 übernehmen könnten. Wenn es denn wieder eine Neuverpflichtung sein soll, böten sich Marvin Ducksch oder Dodi Lukebakio an. Ersterer weiß als amtierender Torschützenkönig der Zweiten Liga mit 18 im Trikot von Holstein Kiel erzielten Treffern, wo das Tor steht, und Lukebakio leitete mit seinem Doppelpack den 5:0-Pokalsieg in Koblenz am vergangenen Sonntag ein. Aber auch die „Alten“ wie Rouwen Hennings und Benito Raman könnten gut und gerne erster Fortuna-Torschütze 18/19 werden.

Ob einer von ihnen später Dani Schahin auch zu dessen aktueller Station folgt? Wohl eher nicht, denn der 29-Jährige kickt für den Pyramids FC in Ägypten. Die sportliche Bedeutungslosigkeit lässt er sich jedoch mit drei Millionen Euro Jahresgehalt versüßen.