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Erstes Saisonspiel
Fortuna zahlt gegen Augsburg Lehrgeld

Der Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat sein Comeback-Spiel im eigenen Stadion 1:2 verloren. Die Düsseldorfer waren in Führung gegangen, ließen aber die Chance zum 2:0 liegen. Von Bernd Jolitz

Fortuna Düsseldorfs Bundesliga-Rückkehr nach mehr als fünf Jahren Abwesenheit ist danebengegangen. Vor 40.996 Zuschauern unterlag der Aufsteiger dem FC Augsburg 1:2. Zur Pause hatte er noch 1:0 geführt und über weite Strecken eine couragierte Vorstellung gezeigt. Am Ende zahlten die Schützlinge von Trainer Friedhelm Funkel dennoch viel Lehrgeld.


Sicherheit zuerst – das war offenbar Funkels Motto beim Erstellen der Startelf. In Dodi Lukebakio und Marvin Ducksch blieben gleich zwei Offensivspieler draußen, die in den vergangenen Vorbereitungswochen das Düsseldorfer Spiel angeschoben hatten. Dafür nominierte der Coach Matthias Zimmermann und Alfredo Morales. Zwei Profis also, die ihre Stärken eindeutig eher in der Sicherung des eigenen Tores haben. Im Falle Zimmermanns war das nachvollziehbar, kann der FC Augsburg doch auf seiner linken Seite in Philipp Max auf ein sehr hoffnungsvolles Talent zurückgreifen. Dessen Tatendrang zu bremsen, rechtfertigte durchaus die doppelte Absicherung des rechten Fortuna-Flügels durch die beiden Ex-Stuttgarter Jean Zimmer und Zimmermann.

Der Verzicht auf Ducksch, durch den der frühere Bochumer Kevin Stöger in der Anfangsformation verblieb, war indes eine Überraschung. Funkel wechselte dadurch vom zuletzt gewohnten 4-4-2- auf ein 4-2-3-1-System mit Rouwen Hennings als einziger Spitze. Ein nominell also sehr vorsichtiger Beginn der 24. Bundesligasaison der Düsseldorfer Vereinsgeschichte.



Bevor es jedoch auf dem Platz losging, ehrte der Verein noch einmal einen der ganz Großen der Vereinsgeschichte. Auf der Südkurve erinnerten die Fans mit einer riesigen Choreographie an den im Juni verstorbenen ehemaligen Sportvorstand Wolf Werner, und dem folgte noch eine bewegende Gedenkminute – nicht schweigend, sondern mit prasselndem Beifall für seine Leistungen, der Werner sicher gefallen hätte.

Ob das auch für das Düsseldorfer Spiel galt, sei dahingestellt. Denn zumindest in der Anfangsphase hatte der Aufsteiger große Probleme, sich an die Bundesliga zu gewöhnen. Augsburg machte Druck, schnürte Fortuna phasenweise im eigenen Strafraum ein, verpasste es aber, diese Findungsphase der Gastgeber zahlenmäßig zu nutzen. Nicht zuletzt Stöger produzierte zu Beginn Fehlpässe und Ballverluste in Serie – doch etwa ab Mitte der ersten Hälfte bekam der Österreicher sein Spiel in den Griff. Mit ihm steigerte sich das gesamte Team, in dem ausgerechnet Zimmermann und Zimmer, denen doch zuvor eine so schwierige Aufgabe gegen Max vorausgesagt worden war, die Besten waren.

Zimmermann belohnte sich sechs Minuten davor mit der Vorarbeit zum ersten Düsseldorfer Bundesligatreffer seit mehr als fünf Jahren. Aufmerksam erkämpfte sich der Verteidiger einen vom Augsburger Schlussmann, dem Ex-Fortunen Fabian Giefer, zu kurz abgespielten Ball und flankte in die Mitte. Technisch perfekt verwertete Benito Raman zur etwas glücklichen, aufgrund der Steigerung ab der 25. Minute aber nicht ganz unverdienten 1:0-Pausenführung.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw, der die Reise nach Düsseldorf wohl vor allem wegen Max angetreten hatte, machte Fortuna nach dem Wechsel zunächst so mutig weiter, wie sie aufgehört hatte. Zimmer und Hennings hätten mit etwas Glück sogar schnell auf 2:0 erhöhen können. Das Tor fiel dennoch auf der anderen Seite, doch auch das ging dem Spielverlauf nach in Ordnung. Martin Hinteregger köpfte zum 1:1 ein, und daran änderte auch der Videobeweis nichts – den hatte Schiedsrichter Markus Schmidt zu Rate gezogen, um sicherzustellen, dass Raman zuvor nicht gefoult worden war.

Zehn Minuten später rechneten viele erneut mit einer Meldung des Videoassistenten, als Hinteregger ausrutschte, Schmidt jedoch ein Foul von Hennings gesehen hatte. Bitter für die Platzherren, da der eben eingewechselte Kenan Karaman den Ball im Anschluss im Netz platzierte. Zählbares brachte jedoch nur noch der FC Augsburg auf die Anzeigetafel. Nach einer langen Flanke von Marco Richter zirkelte der ehemalige Gladbacher André Hahn einen Kopfball passgenau zum 1:2 in die Ecke, Michael Rensing streckte sich vergeblich. Es war das bittere Ende eines abwechslungsreichen Fußballnachmittags in der Arena.