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DFB-Pokal
Fortuna nimmt Pokalhürde Koblenz souverän

Der Bundesliga-Aufsteiger hat sich beim Fünftligisten Rot-Weiss Koblenz ohne Schwierigkeiten 5:0 durchgesetzt. Trainer Friedhelm Funkel beordert drei Zugänge in die Startelf, und alle treffen noch vor der Pause. Von Bernd Jolitz

Das Stadion Oberwerth im Norden von Koblenz hat seinen Schrecken für Fortuna Düsseldorf verloren. Zweimal in seiner Vereinsgeschichte hatte der Bundesliga-Aufsteiger bislang dort antreten müssen, zweimal dabei gegen die heimische TuS mit 0:1 das Nachsehen gehabt. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals schnitt die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel diesen alten Zopf ab, und das ausgesprochen gründlich: Sie gewann beim Fünftligisten Rot-Weiss Koblenz, den aufstrebenden Lokalrivalen der TuS, vor 7500 Zuschauern mit 5:0 und zog damit souverän in die zweite Runde ein.


Wer in Koblenz im Tor stehe, sage nichts über seine Entscheidung für die Bundesligasaison, hatte Funkel im Vorfeld der Partie versichert. Michael Rensing wird nun hoffen, dass diese Aussage tatsächlich der Wahrheit entspricht, denn im Kasten stand sein Konkurrent Raphael Wolf. Auf den übrigen Positionen gab es keine Überraschungen, sieht man einmal davon ab, dass Linksverteidiger Niko Gießelmann nach seiner Wadenverletzung aus dem Freitagtraining doch rechtzeitig fit wurde. In Kevin Stöger wählte der Coach erwartungsgemäß die im Vergleich zu Alfredo Morales offensivere Variante neben Kapitän Marcel Sobottka im defensiven Mittelfeld, auf den Außen platzierte er in Dodi Lukebakio und Benito Raman die vermeintlich temporeichste Variante.

Lukebakio machte schnell klar, dass es sein Tag werden sollte. Zunächst plauderte der Belgier beim Einlaufen so angeregt mit seinem Einlaufkind, dass man sich unwillkürlich fragte, in welcher Sprache der Plausch wohl ablief. Wenig später ließ die Leihgabe des Premier-League-Klubs FC Watford dann Taten sprechen. In der neunten Minute hämmerte er den Ball mit Wucht ins Netz, nachdem Rouwen Hennings ihn ihm trotz seiner eigenen guten Position unmittelbar vor Torhüter Tobias Oost uneigennützig vorgelegt hatte. Und nur 180 Sekunden später stellte Lukebakio die Weichen endgültig auf Sieg, indem er den Ball aus 22 Metern sehenswert in die lange Ecke schlenzte. 2:0 nach nicht einmal zwölf Minuten – einen solchen Start in ein Pokalspiel wünscht sich ein Favorit.



Noch wichtiger freilich war, dass es ebenso locker weiterging. Marvin Ducksch und Kevin Stöger erhöhten bis zur Pause auf 4:0 und sorgten damit für einen interessanten Randaspekt: Drei Zugänge hatte Funkel in die Startelf beordert, und alle setzten ihren Namen bereits in der ersten Hälfte auf die Anzeigetafel.

Klar, dass sich da irgendwann auch die „Alten“ nicht lumpen lassen wollten. Nach rund einer Stunde stellte Raman das Ergebnis auf 5:0, wobei auffällig war, dass der Belgier ebenso wie zuvor Lukebakio und Stöger den Ball nur noch ins leere Tor platzieren musste – in allen Fällen hatten die Kollegen Abwehr und Torhüter mustergültig auskombiniert.

Die Vorlage zu Raman lieferte übrigens der eingewechselte Kenan Karaman, die vierte eingesetzte Neuverpflichtung. Auch Alfredo Morales und Diego Contento durften sich noch zeigen, so dass von allen Zugängen im Kader allein Matthias Zimmermann ohne Pokalpraxis blieb. Unterm Strich verbrachte Fortuna einen ruhigen Nachmittag – das Resultat einer angemessen konzentrierten Vorstellung, bei der wohl nur die Sommerhitze die Lust auf weitere Treffer bremste.