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Funkel erklärt seine Torhüter-Wahl
Rensing ist Fortunas Nummer 1a

Fortuna-Keeper Michael Rensing im Training.
Fortuna-Keeper Michael Rensing im Training. FOTO: Falk Janning
Der 34-Jährige gewinnt den Kampf ums Düsseldorfer Tor gegen Raphael Wolf. Trainer Friedhelm Funkel lässt sich bei der Entscheidung von seinem Bauchgefühl leiten. Am Samstag beginnt gegen den FC Augsburg die Bundesligasaison. Bernd Jolitz

Friedhelm Funkel hat Wort gehalten. „Bei meinen früheren Vereinen habe ich mich in der Regel zwei Tage vor dem Punktspielstart entschieden, wer im Tor steht“, hatte Fortunas Trainer in der vergangenen Woche erzählt. Und tatsächlich gab der 64-Jährige zwei Tage vor dem ersten Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr, Arena) seine Entscheidung bekannt: „Michael Rensing spielt. Raphael Wolf und er sind gleichstarke Torhüter, aber Michael ist meine Nummer 1a.“


Eine sehr schwere Entscheidung sei es gewesen, gibt der 64-Jährige zu. „Ich habe lange mit beiden Keepern gesprochen, auch mit unserem Torwarttrainer Claus Reitmaier“, berichtet er. „Letztlich habe ich mich von meinem Bauchgefühl leiten lassen.“ Die Betroffenen selbst wollten sich am Donnerstag noch nicht zur Sache äußern, doch Funkel ergänzt: „Raphael hat es ganz normal aufgenommen, sehr professionell. Michael und er haben ja auch ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Natürlich ist er jetzt ein Stück weit enttäuscht, das ist ja auch ganz normal. Aber das Entscheidende ist ja, wie man mit Enttäuschungen umgeht.“

Für Rensing wird es am Samstag sein Punktspiel-Comeback nach fast genau einem Jahr. Am 19. August 2017 hatte der 34-Jährige beim 2:0-Sieg im Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern trotz eines Rippenbruchs im Tor gestanden, den er sich im Abschlusstraining zugezogen hatte. Nach einigen Komplikationen – unter anderem brach die Rippe bei einem verfrühten Trainingsversuch erneut – weitete sich „Renses“ Pause auf acht Monate aus. Bedenken wegen fehlender Spielpraxis wischte er jedoch bereits während des Trainingslagers in Maria Alm im Juli beiseite: „Ich habe ja bereits zum Ende der vergangenen Saison einige Testspiele bestritten und auch für die zweite Mannschaft gespielt.“ Diesen freiwilligen Einsatz für die Zweitvertretung im Abstiegskampf der Regionalliga haben ihm viele im Verein hoch angerechnet.



Für Wolf ist es trotzdem bitter, nach einer großartigen Saison nun zumindest vorläufig auf der Bank sitzen zu müssen. „Meine Entscheidung gilt für das Augsburg-Spiel und auch für die nächsten Wochen“, betont Funkel, der nicht dafür bekannt ist, auf der Torhütersposition häufig zu wechseln. In der Vorsaison musste er es nach Rensings Verletzung, und dabei erwies sich der frühere Bremer Wolf als erstklassiger Stellvertreter. Mit Klasseparaden war der 30-Jährige maßgeblich am Aufstieg beteiligt.

Letztlich mag den Ausschlag gegeben haben, dass Rensing auf hohem Niveau als der noch etwas konstantere Torhüter gilt. Wolf wird nachgesagt, möglicherweise mehr „Unhaltbare“ zu entschärfen, dafür ist die Fehlerquote des früheren Münchners deutlich geringer als bei den meisten anderen deutschen Goalies.