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Konzentrierter Auftritt im Pokal
Fortuna nimmt ihren Job ernst

Der Bundesliga-Aufsteiger zieht die richtigen Lehren aus den Pokal-Überraschungen gezogen. Vor allem deshalb kommt er beim 5:0-Sieg in Koblenz nie in Gefahr. Bernd Jolitz

Das Erscheinungsbild der Fortuna-Profis in der Interviewzone war nach dem 5:0-Sieg im DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiß Koblenz eigentlich wie immer: Trikot, Sporthose, Fußballschuhe. Doch irgendwie drängte sich an diesem Sonntagnachmittag immer wieder die Vision von Anzug, Krawatte und Business-Schuhen auf. Der Grund: die auffallend häufige Verwendung des Begriffs „seriös“.


„Wir haben eine seriöse Leistung gezeigt“, sagte zum Beispiel Innenverteidiger Andre Hoffmann, und zur Unterstreichung wiederholte der 25-Jährige diese Einschätzung kurz darauf noch einmal. Weil es so gut passte, verwendeten Kapitän Marcel Sobottka und Torschütze Kevin Stöger die Vokabel ebenfalls, und wer das Ganze auch noch einmal auf Englisch hören wollte, bekam es von Benito Raman geliefert. „Serious“ habe Fortuna die Aufgabe genommen, erklärte der Belgier – das heißt zwar wörtlich übersetzt „ernst“, reihte sich aber phonetisch einfach zu schön in die seriöse Abfolge ein.

Trainer Friedhelm Funkel rundete sie ab, indem er seiner Mannschaft eine „seriöse Vorstellung“ attestierte. Was bei all dem durchklang: Die Fortunen waren mit Recht zufrieden, dass alle die Warnschüsse des Pokal-Samstags richtig eingeordnet hatten. „Diesmal war es vielleicht von Vorteil, erst am Sonntag zu spielen“, meinte Hoffmann. „Nach dem, was am Samstag in Ulm, Rostock und Rödinghausen passiert war, wusste jeder bei uns um die Risiken eines solchen Pokalspiels.“ Die Düsseldorfer kamen nie in Gefahr, das sportliche Schicksal von Frankfurtern, Stuttgartern und Dresdnern zu teilen – vor allem, weil Dodi Lukebakio mit zwei Treffern bereits bis zur zwölften Minute klar gemacht hatte, wo Barthel den Most holt.



„Es ist eben doch ein Unterschied, ob du in der Vorbereitung gegen einen Fünftligisten spielst oder im Pokal“, betonte Hoffmann. „Den Pflichtspielcharakter kann dir kein Testspiel ersetzen. Wenn eine DFB-Pokalpartie ansteht, ist das Fernsehen da, dann ist es für die kleineren Vereine das Spiel des Jahres. Da muss man aufpassen.“

Der Bundesliga-Aufsteiger passte auf, machte früh den Deckel auf die Partie und konnte anschließend Kräfte schonen. „Es war auch wirklich nicht leicht in der Hitze da unten“, sagte Raman. „Deshalb war die erste Halbzeit auch besser als die zweite. Solche K.o.-Spiele machen mir einen Riesenspaß, aber je länger es dauerte, desto mehr machte einem das Wetter zu schaffen.“ Funkel und auch die gut 4000 Düsseldorfer Anhänger hatten dafür vollstes Verständnis. „Sicher gab es den einen oder anderen unnötigen Ballverlust“, kommentierte der Cheftrainer, „aber wir sind weiter. Wir haben uns sehr konzentriert durchgesetzt, und nur das ist es, was bei einem Pokalspiel zählt.“