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Presseschau
Fleisch mit Lust

Die „Westfalenpost“ (Hagen) zieht Lehren aus den Fakten im neuen Fleischatlas:

Es bringt nichts, den Menschen vorzuschreiben zu wollen, was sie essen sollen oder dürfen. Die Grünen, die vor Jahren einen Vegetarier-Tag ins Gespräch gebracht haben (von einer Verbindlichkeit war ja noch nicht einmal die Rede) können ein Lied davon singen, welche politischen Folgen das haben kann. Der Bürger will halt mündig sein. (...) Deshalb brauchen wir eine transparente Kennzeichnungspflicht für Fleisch. Nur wer weiß, wo das Schnitzel auf dem Teller seinen Ursprung hat, kann sich aktiv per Kaufverhalten für oder gegen Massentierhaltung aussprechen.


Die „Braunschweiger Zeitung“ meint dazu:



Die Politik schafft es bisher nur sehr leidlich, die Tierhaltung ökologischer und artgerechter zu gestalten. Dabei wollen Verbraucher laut Umfragen genau das: Lieber mehr Geld für Fleisch ausgeben, wenn die Tiere besser gehalten werden. Mit solchen Absichtsbekundungen von Verbrauchern verhält es sich allerdings genauso wie mit Neujahrsvorsätzen: Man will so gerne, macht es aber nicht – zu teuer, zu anstrengend und ist ja auch sowieso egal. Deshalb braucht es auch gesetzliche Vorgaben.“

Die „Stuttgarter Nachrichten“ kritisieren die Löschungs-Regeln im Internet:

Bei Twitter und Facebook müssen überforderte und juristisch allenfalls angelernte Mitarbeiter nun zum Teil innerhalb von Sekunden entscheiden, ob ein veröffentlichter Beitrag strafbar ist oder nicht. Damit geht der Schutz eines der wichtigsten Grundrechte der Bundesrepublik in private Hände über. „Eine Zensur findet nicht statt“, heißt es in Artikel 5 des Grundgesetzes. Seit Anfang des Jahres gilt nun wieder: Eine Zensur findet statt. Angeblich fühlen sich autoritäre Staaten wie Russland durch das deutsche Gesetz ermuntert, ähnliche Schritte zu unternehmen. Es würde einen nicht wundern.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ meint zum Erfolg des Elterngeld Plus:

Das Elterngeld Plus ist ein konsequentes, wichtiges Angebot, das den Wünschen von Familien gerecht wird. Es hilft Frauen, den Anschluss ans Berufsleben nicht zu verlieren. Und es ermöglicht Männern, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Auf dem Erfolg dieser familienpolitischen Leistung darf die künftige Regierung sich nicht ausruhen. Nach wie vor fehlen in vielen Städten Kita-Plätze – eine Voraussetzung dafür, dass Eltern im Erwerbsberuf nicht in der Teilzeitfalle steckenbleiben. Und es braucht endlich ein Gesetz, das die Rückkehrmöglichkeiten von Teil- in Vollzeit verbessert.