Feuchte Augen zur Eröffnung

Feuchte Augen zur Eröffnung

Mit einer gelungenen Eröffnung hat gestern im Cinestar das Festival begonnen. Hark Bohms Rede auf Ehrenpreisträger Hans W. Geißendörfer rührte auch hartgesottene Ophüls-Veteranen.

Feuchte Augen bei der Ophüls-Eröffnung? Die drohten früher höchstens bei zu langen Politiker-Reden. Gestern aber ging die Rede des Filmemachers Hark Bohm über seinen Kollegen Hans W. Geißendörfer vielen ans Herz - vor allem dem Ehrenpreisträger selber. Den hatte Bohm beschrieben als ewig Neugierigen, der eigentlich Reiseschriftsteller habe werden wollen - sich dann aber, um der Mitstudentin Anna zu imponieren, mit dem Kauf einer Kamera zum Dokufilmer machte. Bohm: "Die Leidenschaft für Anna schlief irgendwann ein, die für den Film blieb." Geißendörfer (73) war gerührt über die "Erinnerung an mein schönes kurzes Leben".

Festivalleiterin Gabriella Bandel dankte ihrem Team, "dem großartigsten, das es gibt". Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz stellte auf der Bühne die Aktion "Farbe bekennen für Vielfalt" vor, bei der Anstecker für eine weltoffene Gesellschaft werben sollen.

Als Moderatorin Nina Azizi die Jury vorstellte und Hannelore Hoger eine "grande dame" nannte, zuckte die beim diesem staatstragenden Wort kurz zusammen. Der französische Kinostar Tchéky Karyo grüßte in charmantem Englisch mit französischen Akzent und wünschte viel Spaß bei "Die Räuber", dem Eröffnungsfilm. Frank Hoffmann, der den Film zusammen mit Pol Cruchten inszeniert hat, gedachte Maximilian Schell , der vor einem Jahr gestorben ist: Er spielt im Film seine letzte Rolle.