1. Fastnacht im Saarland
  2. Fastnacht in St. Ingbert

Kolumne über Schwäne unter der Ostspange an der Saar in Saarbrücken

Eine schöne Nachricht : Schwanensee am Fluss unter der Ostspange

Mit der schönste Tag in 2020 war für mich ein Donnerstag. Anfang Dezember, am Ufer der Saar, Höhe Osthafen in Saarbrücken, etwa 7.13 Uhr. Auf dem Leinpfad jogge ich dort, nahezu jeden Morgen, seit Jahren.

Man kennt sich: die Fischreiher und ich. Die Angler und ich. Die Enten und ich. Die invasiven Gänse und ich. Und: das Tier, das gerne in der Mitte der Saar schwimmt, und für mich so ausschaut wie ein Biber – und deshalb wohl keiner ist. Die meisten grüße ich morgens, mal mit einem Nicken, mal nur in Gedanken, mal sage ich sogar „Servus, alter Rabe“, mal gar nichts, dennoch: Man kennt sich.

Daher fiel mir auf, dass etwa Mitte November einer der zwei „Ostspangen-Schwäne“ fehlte. Weg. Das Paar war nicht mehr. Nur noch einer glitt durch den Morgen-Nebel. Ein einsamer Schwan, majestätisch traurig. Ich machte mir ernsthaft Sorgen, wochenlang, verfolgt von düsteren Gedanken, die sich ausmalten, was seiner Liebe passiert sein könnte. Fremdgegangen? Flugunfall? Ein Monster-Wels? An Futter verendet? Ermordet an der Berliner Promenade? Quälende Gedanken. Nahezu jeden Morgen. Bis zu diesem schönen Donnerstag im kalten Dezember. Da waren sie auf einmal wieder zu zweit, wieder zusammen. Auf der Saar glitten sie durch den Frühnebel in Richtung Güdinger Morgensonne. Als Paar. Glücklich. Ich kann Ihnen gar nicht aufschreiben, wie sehr mich das gefreut hat. Sehr. Michael Kipp