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In Schmelz, Überherrn, Wadgassen, Wallerfangne und Schwalbach sind die Narren an der Macht.

Kostenpflichtiger Inhalt: Faasend : Keiner konnte sich im Chefsessel halten

In Schmelz, Überherrn, Wadgassen, Wallerfangne und Schwalbach sind die Narren an der Macht.

Bereits seit elf Uhr waren die Beschäftigten im Schmelzer Rathaus kräftig am Feiern. In diesem Jahr hatte sich der Sitz der Verwaltung in „Steametropolis“ verwandelt – mittendrin Bürgermeister Wolfram Lang. Vom Dach aus hielt er mit seinem Fernrohr Ausschau, als um 16:22 Uhr die Narrenschar noch immer nicht zu sehen war, gab er ihnen noch einen Schunkler, wollte dann eigentlich die Türen des Rathauses wieder absperren. Doch dann kamen sie, Prinzenpaar, Dreigestirn und Elferräte – und sie ließen keinen Zweifel daran, was sie sich fest vorgenommen hatten. „Kaum hat der Lang den Kurzen abgelöst, schon ist das Rathaus desaströs“, erklärte Prinzessin Nadja I. und erntete viel Beifall von den Schmelzer Narren. Ganz entschieden wehrte sie sich gegen das neue Zweiklassensystem in ihrem Heimatort, konnte der Verlockung durch Wolfram Lang, doch in die Oberschicht aufzusteigen, leicht widerstehen. Und auch vom Limbacher Dreigestirn gab es ganz schön was auf die Mütze für den Verwaltungschef. „De Karre verfahr hast du, schaff dich in dein Lok und fahr fort“, erklärte „Ersatzjungfrau“ Lisa in deutlichen Worten. Mit viel „Türken Hopp“ wurden ihre mutigen Worte bekräftigt. Während sie zusammen mit Prinz Mike I. und Prinz Mark I. noch mit dem Oberhaupt der Gemeinde verhandelte, war Wolfram Langs Frau Sigrid heimlich, still und leise zum feindlichen Lager übergelaufen. Schließlich hielten die Türen des Schmelzer Rathauses dem Druck der Narrenschar nicht stand und für Lang bliebt schließlich die Kapitulation. Sicheres Zeichen in Schmelz war die anschließende Demaskierung – für den Schmelzer Bürgermeister gab es nach vier Monaten im Amt bereits die Pestmaske.

Mit mehreren Hundertschaften waren auch die Iwwerzwerchen Überherrner am Rathaus angerückt. Zunächst war die Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann noch optimistisch, ihr Rathaus verteidigen zu können und reimte: „Was ist denn das da für ein Krach, ihr macht ja die Beamten wach!“ Sie versicherte, die blonde Maid sei durchaus kampfbereit. Nachdem die Narren dann aber das Land mit Böllerschüssen unsicher machten und die Rathauskanone sichtbar Ladehemmung hatte, musste sie kapitulieren und den Rathaus-Schlüssel an Alexander I. und seine Prinzessin Tanja I., sowie an das Kinderprinzenpaar Eric I. und Emely I. abgeben. Denn schließlich möchte Bürgermeisterin Anne ja Frieden im Land haben.

Als eines der letzten Rathäuser im Landkreis ist am frühen Abend des Fetten Donnerstags auch das Rathaus in Wadgassen gefallen. Da nutzte Bürgermeister Sebastian Greiber auch sein Astronautenanzug nichts, er musste sich nach heftiger Gegenwehr den närrischen Heerscharen aus Wadgassen und den Ortsteilen geschlagen geben. Nach seiner Kapitulation übernahmen die Glasspatzen-Prinzenpaare Lucas I. und Nicole I. sowie Maximilian II. und Madeleine I. unterstützt vom Tanzpaar Dana Junkes und Leon Reichert sowie den Tanzmariechen Claire Lorson und Madita Balla zusammen mit dem Grenobler Dreigestirn Jakob Wiedersportn, Calvin Mang und Paul Laurent sowie Prinz Richard Wetsch und Lena Gorius die Macht. Somit konnte die viertägige Fastnachtsparty dann so richtig durchstarten, die in diesem Jahr unter dem Motto „Närrisch wie noch nie durch die Faasend-Galaxie“ steht. „Bumi and the Mooncrackers“ sowie DJ Carsten Michels heizten die Stimmung am Donnerstagabend kräftig an, bevor dann TV-Starlet und Dschungelkönigin Melanie Müller für Furore sorgte. Am heutigen Freitagabend ist dann DJ Thomas Kurtz & Friends zu Gast, und nach der Samstag-Premiere des Wadgasser Fastnachtumzuges – Start 16.11 Uhr – ist danach wieder Party angesagt. Sonntag herrscht dann Pause im Zelt. Dafür ist Kinderfasching im „Unikat“ Differten angesagt. Die Kinderfaasend wird dann am Montag ab 14.11 Uhr im Wadgasser Festzelt fortgesetzt.

Da staunte Zirkusdirektor Horst Trenz nicht schlecht, als die Präsidentin der KV De Neimerder, Bärbel Kirst, als weißes Kaninchen aus dem Hut sprang, um dem Zirkus im Rathaus ein Ende zu machen. „Die Manege bleibt mein, ihr kommt hier nicht rein!“, tönt Zirkusdirektor Trenz aus dem Rathaus, unterstützt von seinen Clowns, Gewichthebern und Zauberern. Doch auch de Neimerder waren nicht alleine gekommen. Hatten sie doch Verstärkung aus St. Barbara von den Hasenberger Erdbeernarren im Schlepptau und natürlich die Garden vom TuS Wallerfangen. Mit dem Närrischen Volk im Rücken, sparte die Wortführerin Kirst im Zauberzylinder nicht an Kritik. Wege der ganzen Baustellen stehe man immer im Stau und statt des Kindergartens werde nun auch noch das Rathaus renoviert. „Dass ihr mir da bloß nicht die Toiletten vergesst“, mahnt Kirst und droht dem Zirkusdirektor mit der Absetzung. Der Zwinger für den aufmüpfigen Rathaus-Chef stand derweil schon drohend vor der Rathaustür bereit. Die Forderungen der Narren, so der völlig unbeeindruckt, hätten schon lange Zöpfe und einen Bart. Außerdem müsse man bauen, wenn‘s voran gehen soll. Doch all die Schmähungen nutzten nichts, und die Gegenwehr bracht zusammen. „Wer hat die Rathaustür nicht abgesperrt?“, rief der Zirkusdirektor noch entsetzt, da waren die Narren schon bei ihm, entrissen ihm den Rathausschlüssel und verkündeten dem närrischen Volk: „Das Rathaus ist jetzt unser!“ Auf den Rathauszirkusdirektor wartete nur noch der Zwinger. Darin eingesperrt wurde er mit einem großen Umzug in die Walderfingia gekarrt. Ab hier verliert sich die Spur, bis Aschermittwoch, dann rücken die Narren wieder aus dem Rathaus ab. Doch bis dahin regiert die Faasend in Wallerfangen.

Bürgermeister Sebastian Greiber und seine Ortsvorsteher müssen aufgeben. Sie haben der Wadgasser Narrenschar nichts entgegenzusetzen. . Foto: Ruppenthal
Auch  alle Tarnung und das Untertauchen im Schwarm nutzten Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer nichts. Er wurde entmachtet. Foto: Ruppenthal
Die blonde Maid Anne Yliniva-Hoffmann gab sich geschlagen und reichte den Schlüssel und damit die Macht im Rathaus an die Narren weiter. Foto: Alexandra Broeren
Nach verlorenem Kampf ums Rathaus wurden Horst Trenz und sein Gefolge im Zwinger in die Walderfingia gekarrt. Foto: lx

„Ein Käfig voller Narren“, unter diesem Motto präsentierte sich das Schwalbacher Rathaus zur Weiberfastnacht am Fetten Donnerstag. Nomen ist Omen, denn vor dem Rathaussturm präsentierten sich die Verteidiger in ihrem selbst gewählten Käfig als recht bunte Vögel. Aber auch alle Tarnversuche, in dem bunten Schwarm der ziemlich gleich aussehende Clowns unterzutauchen, nutzten Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer inmitten seiner Klone überhaupt nichts, denn er wurde von allen sofort erkannt. Auch alle Bestechungsversuche mit Sekt und Süßigkeiten konnten die Angreifer der RiRaRa Rutsch Schwalbach, der IG Rosenmontagzug, von den Bollen aus Hülzweiler und des MGV Germania Elm nicht beschwichtigen und schon gar nicht bremsen. Roger Wasmuth, Peter Wilhelm, Jürgen Weber und Rainer Bauer bliesen zum Sturm auf das Rathaus, und als dann auch noch ein Großteil der Verteidiger mit fliegenden Fahnen zu den närrischen Heerscharen überliefen, blieb Oberclown Hajo nichts anderes übrig, als kleinlaut zu kapitulieren und die Rathaus-Schlüssel an die Prinzenpaare Andy I. und Ela I. von der RiRaRa Rutsch sowie Fabian I. und Lea I. von der IG RoMoZu zu übergeben. Danach feierten alle gemeinsam im benachbarten Gemeindesaalbau den gelungenen Start in die Schwalbacher Weiberfastnacht.