Aktion : „Zu Fuß zur Schule, das ist der Hit“

Durch die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ an der Grundschule Lisdorf wollen Schüler den Schulweg sicherer machen.

Ein neuer Zebrastreifen, eine Fußgängerampel, ein Elternparkplatz, Wegweiser auf den Böden und Warnhinweise für die Autofahrer: Die Ideen der Lisdorfer Grundschüler, den Weg zur Schule sicherer zu machen, sind genauso kreativ wie vielfältig. Aktuell laufen an der Schule die Aktionswochen „Zu Fuß zur Schule“, die im Rahmen des Weltkindertages am 20. September gestartet wurden. Unter dem Motto „Kinder haben Rechte“ wollen Schüler und Lehrer dafür sensibilisieren, dass Kinder ein Recht darauf haben, sicher zur Schule zu gelangen.

Die Kinder führen ein Bonusheft für jeden Fußweg. Auch Malaktionen gab es schon und Schilder „Achtung Kinder“ wurden rund um die Schule aufgehängt. „Die Verkehrssicherheit ist an unserer Schule ein großes Thema“, sagt Schulleiterin Birgit Klein. „Wir haben zwar Tempo 30, die Straße ist aber so eng und zugeparkt, dass es für die Kinder gefährlich werden kann.“ Auch fehlen sichere Übergänge an den Straßen. Zwar ist die Professor-Ecker-Straße vor der Grundschule eine Spielstraße mit absolutem Halteverbot, daran halten sich aber nur wenige, weiß die Schulleiterin.

Dank der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ hält nun seit zwei Wochen kaum noch ein Auto mehr vor der Schule: „Wir machen das bereits seit 2016 in Zusammenarbeit mit der Kinderbeauftragten der Stadt Saarlouis, Corinna Bast, dem Verkehrsclub Deutschland und dem Kinderhilfswerk“, sagt Klein. Zwei Wochen lang kommen alle Schüler entweder zu Fuß oder mit Roller oder Fahrrad: „Die Kinder machen alle gerne mit, sie haben auch viele Ideen, um den Schulweg noch sicherer zu machen.“ Vor der Schule werden die Kinder dann jeden Morgen befragt, wie sie zur Schule gekommen sind und mehr als eine Autofahrt ist nie dabei, und das bei 110 Schülern, berichtet Klein.

Die Ideen, den Schulweg sicherer zu machen, kommen vor allem von den Schülern. Sie diskutieren in den Klassen und gewählte Klassenräte sammeln die Vorschläge, tragen sie vor und schicken sie auch an die Verkehrsbehörden. „Es gibt seit unseren Aktionen sogar von Zeit zu Zeit Geschwindigkeitskontrollen, das haben wir bewirkt.“ Zwei der gewählten Vertreter sind die neunjährigen Schüler Jona und Gresia, die genau wissen, was besser gemacht werden muss: „An der Kirche muss ein Zebrastreifen hin, dort ist es sehr gefährlich“, sagt Gresia. Jona will mehr Kontrollen wegen der vielen Falschparker: „Ich komme morgens mit dem Rad, dann muss ich auf die Straße ausweichen und erschrecke mich, wenn ein Auto kommt. Das ist echt gefährlich, wäre schon oft fast gefallen.“

Eine weitere Idee der Schüler ist, dass sich jeder eine Warnweste individuell gestaltet: „Wir drucken dann alle ein Foto von uns selbst auf den Rücken, das wird toll“, findet Gresia. Im Rahmen der Aktion haben die Kinder auch Buttons zum Thema gestaltet, auf denen sie aufgemalt haben, wie sie sich einen sichereren Schulweg vorstellen. Die bunten Bildchen zeigen Fahrradfahrer, Fußgänger, Ampeln, Zebrastreifen, Stoppschilder und vieles mehr. Was sich die Schüler ebenfalls ausgedacht und umgesetzt haben, sind die „Laufbusse“: „Die Idee ist, dass ältere Schüler kleinere abholen oder dass in einer Straße die Kinder sich gegenseitig abholen und gemeinsam, wie im Bus, zur Schule kommen“, berichtet die Schulleiterin.

Nach jedem Schultag verschaffen sich die Kleinen nochmals lautstark Gehör, wenn sie vor dem Gebäude den Rap „Zu Fuß zur Schule das ist der Hit, da machen alle mit“ singen. „Da können alle in der Straße hören, dass sie besser aufpassen müssen und nicht mit dem Auto hier fahren und parken“, erklärt Gresia. Nicht, dass die hoch motivierten Schüler das bräuchten, aber kleiner Anreiz sind auch die Präsente, die die sie bekommen, wenn sie zu Fuß gehen: „Ich finde die Luftballons toll, die lass ich immer fliegen und versuche sie wieder einzufangen“, sagt Jona. Abschluss der Aktion ist der Tag der offenen Tür an diesem Samstag, an dem die Eltern weiter sensibilisiert werden sollen, erklärt Klein: „Die Ideen gehen uns jedenfalls nicht aus, wir werden die Aktion auch in Zukunft machen – das wollen die Kinder auch.“

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