10-jähriges Bestehen offenes Frühstück im Haus des Miteinander der Generationen

Jubiläum : Das offene Frühstück war der Türöffner

Rund 70 Besucher feierten das zehnjährige Bestehen des offenen Frühstücks im Haus des Miteinanders der Generationen.

„Das offene Frühstück war vor zehn Jahren unser Türöffner zur Gesellschaft“, erinnerte sich die Initiatorin, Ingrid Körber. Anlässlich des gestrigen zehnjährigen Bestehens des offenen Frühstücks im Haus des Miteinanders der Generationen im Saarlouiser Stadtteil Steinrausch waren rund 70 Personen zur Feier gekommen.

Vor rund zehn Jahren sei das Haus mehr oder minder „tot“ gewesen: „Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir das Haus von neuem beleben können – und da ich eine leidenschaftliche Köchin bin, die gerne andere Leute bewirtet, ist mir die Idee eines monatlichen Frühstücks, bei dem alle gesellschaftlichen Schichten zusammengebracht werden sollen, schnell gekommen“, berichtet die Saarlouiserin Körber.

Anfangs sei es gar nicht so einfach gewesen, die Bevölkerung von dem neuen Konzept zu überzeugen, aber die Besucherzahlen seien rasch von um die 30 auf bis zu 100 Gäste gestiegen: „Die Leute sind einfach dankbar, dass es so einen Ort der Begegnung gibt, bei dem sie gemeinsam Zeit verbringen, Erfahrungen austauschen und Freunde treffen können“, sagt Körber stolz.

Für sie sei es zudem eine Herzensangelegenheit – nicht nur, da sie glücklich sei, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu können. Es mache ihr auch einfach großen Spaß, mit ihrer bis zu zehnköpfigen Mannschaft neue Rezepte auszuprobieren, zu organisieren, zu kochen, zu bewirten und dabei noch eine Menge Freude zu haben: „Die Menschen sind mir einfach alle richtig ans Herz gewachsen, wir lachen, scherzen und genießen unsere gemeinsame Zeit.“ Das offene Frühstück sei zudem die Grundlage aller weiteren Aktivitäten gewesen, die das Haus des Miteinanders seither auf die Beine gestellt habe: „So haben wir die Leute erreicht und auf uns aufmerksam gemacht, sonst hätten andere Aktionen, wie die Yoga- und Bastelkurse oder der Rommeé-Nachmittag und die monatlich stattfindenden Vortragsabende zu diversen gesellschaftlichen Themen, überhaupt nicht stattfinden können.“

Einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag sieht die Vorsitzende des Ausschusses des Hauses des Miteinanders, Marianne Demann: „Unsere Arbeit steht auf den drei Säulen Bildung, Kommunikation und Bewegung.“ Für diesen Auftrag seien Aktionen wie das offene Frühstück, bei dem verschiedene Gruppen der Bevölkerung zusammenkommen, unentbehrlich, sagt die Vorsitzende. Gewürdigt wird die langjährige Arbeit von Ingrid Körber und ihrer Mitstreiterinnen auch von Gemeindepfarrer Jörg Beckers: „Das ist eine wundervolle Art, Menschen miteinander zu verbinden, die Arbeit von Frau Körber ist sehr wertvoll für die Gemeinde, deshalb unterstützt die Kirche diese Projekte auch finanziell“, erklärt der Pfarrer.

Die Besucher des offenen Frühstücks, die teilweise regelmäßig seit zehn Jahren an den Treffen teilnehmen, möchten auch in Zukunft auf dieses Angebot nicht verzichten: „Ich habe hier jede Menge neue Freunde gefunden, mir würde wirklich etwas fehlen, wenn Frau Körber irgendwann aufhört“, ist sich die 77-jährige Hannelore Langerwisch, die nach eigenen Angaben in all den Jahren nicht ein Frühstück verpasst habe, sicher: „So ein leckeres und aufwendiges Frühstück mit Krabbensalat, Thunfisch-Dip und Streuselkuchen würde ich zu Hause auch nicht bekommen“, scherzt die Saarlouiserin.

Ebenfalls seit zehn Jahren immer mit dabei sind Günter Engelbrecht und seine Frau Gabi: „Das Frühstück ist immer mit viel Liebe von Frau Körber hergerichtet, ihre Leistung verdient großen Respekt“, erklärt Günter Engelbrecht. Dass durch das reichhaltige Angebot durchaus auch mal zu viel verspeist werde, das gesteht Gabi Engelbrecht verhalten ein: „Zuhause würde ich vermutlich nicht so viel zum Frühstück essen, das Angebot hier ist schon etwas Besonderes.“

Neben den kulinarischen Leckerbissen sind die beiden auch dankbar für die vielen neuen Freundschaften, die im Laufe der Jahre geschlossen wurden: „Mittlerweile passen wir schon gar nicht mehr alle an einen Tisch und müssen uns aufteilen“, berichtet Engelbrecht lachend. Und bei einem waren sich die Gäste einig. Sollte es das offene Frühstück auch in zehn Jahren noch geben, werden sie alle wieder zusammenkommen.

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