Rekordbesuch beim Kinderprinzenempfang im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: 500 Faaseboze bejubeln 38 kleine Niedlichkeiten : Rekordbesuch beim Kinderprinzenempfang

Mehr als 500 Faasebooze waren am Sonntag nach Losheim gekommen, um 38 Kinderprinzenpaaren aus dem ganzen Saarland zuzujubeln.

Alleh hopp statt Krise: Die Fastnacht an der Saar boomt derzeit wieder, kennt kaum Nachwuchssorgen und wird immer bunter. Rekordbesuch gab es jedenfalls am Sonntag beim traditionellen Kinderprinzenempfang der Saarländischen Karnevalsjugend in der mit Luftschlangen, Luftballons und Silberglitter geschmückten Eisenbahnhalle Losheim. Mehr als 500 kleine und große Faasebooze waren gekommen, um zu fetzigen Fastnachtsklängen den Einmarsch von 38 Kinderprinzenpaaren aus dem ganzen Land – teils mit Zepter und Krönchen – zu erleben und später ein buntes Bühnenprogramm von Tanzmariechen, Garden und Schautanzgruppen zu bestaunen. Eines der viel Freude versprühenden Kinderpaare bildete eine schwarze Prinzessin mit Wurzeln in der Elfenbeinküste und einem kleinen weißen Prinzen an ihrer Seite.

Neben dem Präsidenten des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK), Hans-Werner Strauß, war auch das lesbische Erwachsenen-Prinzenpaar Heike II. und Ute I. von der Kleinblittersdorfer Karnevalsgesellschaft (KG) „Die Rebläuse“ gekommen, um die Kinderprinzessin des Vereins, Marit I., sowie die anderen „Königlichen Niedlichkeiten“ anzufeuern.

„Ich freue mich, dass wir heute Nachmittag wieder Fastnacht feiern können und nicht diesen ganzen Mist der letzten Wochen mit uns rumtragen. Hier stehen die echten Karnevalisten“, begrüßte VSK-Präsident Strauß die vielen Gäste – das weibliche Erwachsenen-Prinzenpaar der „Rebläuse“ zeigte sich im Gespräch mit der SZ „etwas enttäuscht“, aber versöhnlich: „Heute stehen die Kleinen im Vordergrund“, betonten Heike und Ute. Sie bedauerten, dass die Schirmherrin der Veranstaltung, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), wegen einer Magen-Darm-Erkrankung zu Hause im Bett lag und kurzfristig absagen musste.

„Eine so große Zahl von Kinderprinzenpaaren und Besuchern haben wir noch nie gehabt“, berichteten VSK-Jugend-Chef Tobias Wolfanger und Sitzungspräsident Yannis Beining von der ausrichtenden Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Losheim: „Wenn das so weiter geht, brauchen wir das nächste Mal wohl die Saarlandhalle.“ Aus Weiskirchen waren die Eltern des bunten Kinderprinzenpaares Benedikt I. und Victoria I., Hans-Jürgen und Sina Schuler sowie Jürgen und Bärbel Gindorf, gekommen. Ihre beiden Kinder sind jeweils zehn Jahre alt. Victoria ist ein Pflegekind mit Wurzeln in der Elfenbeinküste – und mit ihrem kleinen Prinzen versteht sie sich offenbar prächtig. „Eigentlich sagen wir bei uns in Weiskirchen Simsalabim Alaaf, aber Alleh hopp verbindet bei der Fastnacht im Saarland alle“, betonten die Eltern.

Die erst 2011 gegründete eigenständige Jugendorganisation im Verband Saarländischer Karnevalsvereine umfasst derzeit rund 12 000 Kinder und Jugendliche in 180 angeschlossenen Karnevalsvereinen aus dem ganzen Saarland, erklärte Tobias Wolfanger, Chef der Karnevalsjugend. Sie sei nach der Sportjugend die zweitgrößte Jugend-Organisation im Land und habe es sich zur Aufgabe gemacht, „Kultur und Brauchtum der Fastnacht im Saarland nachhaltig zu erhalten und modern zu gestalten“, sagte Wolfanger. So wurden unter den Kinderprinzenpaaren auch keine Wettbewerbe wie bei den Erwachsenen  gestartet, sondern  angefangen von den kleinen „Kowe“ aus Auersmacher über den Märchenprinzen vom KKV Hoppeditz Neunkirchen bis hin zu den „Doll Doll“ Großrosseln und den „Alleh Hopp Spiesen“ nur Preise verlost – wobei freilich nicht alle Niedlichkeiten auf der Siegerliste (siehe Info) stehen konnten. Die Eltern der Kinder hatten auch viel Spaß – und konnten von den Besuchertischen aus Fähnchen schwenken, auf den schlicht stand: „Durst“.