1. Fastnacht im Saarland

Niedersalbacher Narren sind in Topform

Fastnacht : Niedersalbacher Narren sind in Topform

Sie brauchen keine Garden, denn sie haben ja ein Männerballett, einen tanzenden Bürgermeister und vieles mehr. Die Niedersalbacher Narren brachten den Saal gleich an zwei Abenden zum Kochen.

Die Niedersalbacher Narren (NN) bewiesen am Freitag- und Samstagabend bei ihren ersten beiden von vier Kappensitzungen im ausverkauften Bürgerhaus einmal mehr, dass sie anders sind als alle anderen. Bei den NN gibt es keine Garden, keine Prinzenpaare, keine Fremdakteure und keine Schunkler. Stattdessen 19 Programmnummern mit eigenen Akteuren, fernsehreife Sketche, rotzfreche Büttenreden, grandiose Showtänze, einen tanzenden und singenden Bürgermeister, tolle Gesangsgruppen und jede Menge Lokalkolorit.

Das närrische Auditorium rastete mehrfach aus und verwandelte den Saal in ein Tollhaus. So, als Bürgermeister Thomas Redelberger mit Michael Baer (Der Kurz un der Long) ein feuriges Tanz-Duett auf die Bühne legte, bei dem das Publikum ausflippte. Oder als die Büttenneulinge Franzi Kraß und Aileen Bauer die Geschlechter durch den Kakao zogen.

Die Läster-Ehepaare Ortsvorsteher Bruno Lesch mit Ehefrau Sibylle und NN-Ehrenpräsident Luggi Andres mit Ehefrau Steffi zelebrierten eine Weinprobe zum Totlachen. Mit schauspielerischer Glanzleistung verkosteten sie einen „Chateau de Migräne mit tollem Budget“ und lästerten in unnachahmlicher Manier. „Du riechst so gut, hast du ein neues Parfüm?“ wollte Luggi von Sibylle wissen. „Nee,“ griff Bruno ein, „das sind ihre 10 Kilo Orangenhaut“.

Herausragend war auch Conny Kraß. Die schwierige Reimrede beherrschen nur wenige, doch Kraß ist krass. So zog sie nicht nur Bürgermeister Thomas Redelberger mit einer Anspielung auf dessen Körpergröße durch den Kakao („Bei der Bürgermeisterwahl wurden die Menschen zweimal gequält und haben am Ende das kleine Übel gewählt“), sondern baute auch tagesaktuelle Themen, wie die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, in ihre Rede ein.

Man kann gar nicht auf alle Beiträge eingehen, alle wurden mit lautem Lachen, Applaus und Zugaberufen belohnt. Aber man darf den neuen Sitzungspräsidenten Erik Schank nicht vergessen. Er meisterte seine Premiere souverän, begrüßte die Gäste reimend und kommentierte witzig, charmant und völlig frei von Nervosität alle Büttenbeiträge. Schank ist ein würdiger Nachfolger des langjährigen Sitzungspräsidenten Wolfgang Raber, der für seine Verdienste zum Ehren-Elferratspräsidenten ernannt wurde.