Handball : Wölfe zerfleischen wehrlose Wombats

HSV Merzig-Hilbringen entscheidet Stadtderby in der Handball-Saarlandliga gegen Brotdorf klar mit 42:27 für sich.

Es sollte ein spannendes Spiel werden – so hieß es zumindest im Vorfeld, dementsprechend aufgeheizt war die Stimmung in der Thielsparkhalle schon vor Beginn des Derbys am Samstag. Zu lauter Rockmusik wärmten sich die Handballer des TuS Brotdorf und HSV Merzig-Hilbringen auf, warfen sich ein und dehnten ihre Muskeln. Dann war es so weit: Vor dem Anpfiff erfüllte das Geheul der Wölfe die Halle – ob das Rudel so die Wombats einschüchtern wollte? Es schien jedenfalls zu wirken, denn statt eines spannenden Spiels war spätestens nach der Hälfte der zweiten Halbzeit die Partie schnell für den HSV Merzig-Hilbringen entschieden, der mit einem 42:27 als Sieger vom Feld ging.

Doch alles auf Anfang. Schon in der ersten Minute musste der Torhüter der Brotdorfer den ersten Angriff des Gegners abwehren, gleich darauf fischte sich Merzigs Schlussmann Sven Klein den Gegenangriff der Brotdorfer. Kurz darauf kassierte der HSV jedoch einen herben Schlag: Nach seinem Treffer zum 3:1 verletzte sich Torjäger Timo Scherer bei einem Gegenstoß und konnte nicht mehr weiterspielen. Doch das warf die Gastgeber nicht aus der Bahn.

Zunehmend verloren die Brotdorfer den Zugriff auf das Spiel. Ihre Angriffe prallten an der Abwehr des HSV ab, der seinerseits mit effektiven Vorstößen und zielsicheren Würfen die Führung stetig ausbaute. Die Gäste wirkten zeitweise nervös und hatten Schwierigkeiten, sich eine gute Wurfposition herauszuspielen – und wenn ihnen das gelang, kam anfangs nicht viel dabei herum. Zur Pause führte der HSV bereits klar mit 21:14.

In der zweiten Halbzeit verkürzte Brotdorf zunächst den Rückstand, scheiterte bei zwei Siebenmetern jedoch an der Latte und HSV-Torhüter Klein. Kurze Zeit später waren die Wölfe den Wombats wieder auf zehn Tore enteilt. Spätestens da schienen die Gäste den Willen zu verlieren, ebenso die Fans, die zuvor noch bei jedem Treffer die Arme in die Luft gerissen hatten. Nun aber sahen sie verzweifelt und schweigend zu, wie der HSV sein rasantes Tempo weiter anzog und die Partie klar dominierte.

Ein Spieler des HSV stach dabei besonders hervor: Niklas Eberhard hatte augenscheinlich einen Sensor für die Lücken des Gegners und wusste diese gekonnt für sich zu nutzen. Ball für Ball feuerte er ins Netz der Wombats – am Ende verbuchte er 16 Treffer auf seinem Konto und entschied dabei alle Siebenmeter für seine Mannschaft, die allen Grund zum Jubeln hatte.

So auch Zuschauerin Corinna Becker. Ob sie nach dem Ausfall von Timo Scherer Sorge um den Sieg hatte? „Nein, dafür ist der Kader zu gut aufgestellt“, sagte sie. „Man hat gesehen, dass sich die Mannschaft mit ihren Neuzugängen gefunden hat.“

Ob HSV-Trainer Marco Recktenwald das Spiel spannend fand? „Eher entspannend“, verriet er, „wir haben die Brotdorfer nie richtig ins Spiel kommen lassen, hatten eine gute Abwehr und viel Tempo nach vorne“, erklärte er. „Ich bin mit der Mannschaft sehr zufrieden.“ Nur der Ausfall von Scherer sei bitter: „Er hat wahrscheinlich einen Muskelfaserriss und fällt jetzt erst mal aus“, sagte Recktenwald. Klare Worte nach der Niederlage fand Wombats-Trainer Ralf Kreibig: „Wir haben sehr schwach gespielt, katastrophale Leistung“, sagt Kreibig, „so gewinnt man kein Saarlandligaspiel.“ In der Tabelle liegt der HSV mit 10:2 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz, der TuS Brotdorf ist mit 2:10 Zählern punktgleich mit der SG Ommersheim-Assweiler und den HF Illtal II Schlusslicht.

Für die Wölfe geht es am kommenden Freitag, 20.15 Uhr, zum Tabellen-Neunten HG Saarlouis II (Stadtgartenhalle), Brotdorf empfängt am Sonntag, 17 Uhr, in der Seffersbachhalle den Tabellendritten HSG Dudweiler-Fischbach.

Die Tore für den HSV Merzig-Hilbringen: Niklas Eberhard 16, Phillip Kewenig 7, Sascha Becker 6, Michael Arnold 4, Dino Zvekic und Marcel Rudolph je 3, Sven Klein, Timo Scherer und Philipp Henkel je 1. Die Tore für den TuS Brotdorf: Timo Wallrich 10, Moritz Richter 5, Leon Scheid und Matthias Böhm je 4, Michael Oehm 3, Fabian Großmann 1.

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