HKV Dudweiler feierte mit Ballettmäusen und "Wambe"-Trägern

Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht : Hier tragen Ballettmäuse auch mal „Wambe“

Die Narren des Heimat- und Kulturvereins (HKV) Dudweiler Nord 1970 feierten mit Spaß und einer verspäteten Ehrung.

Bei so viel Narretei muss auch mal Zeit für ein bisschen Ernst sein. In der Vorwoche wurden zwar alle Trainerinnen und Trainer geehrt, ein Mann in ähnlicher Funktion wurde aber vergessen: Heinz-Peter Weiland, musikalischer Leiter der Stimmungsgruppe Riwwerbrings. Dieser Fauxpas wurde am Samstagabend bei der 2. Galakappensitzung nun richtiggestellt. „Das ist mir so was von unangenehm“, stellte Stefan Schorr von den Riwwerbrings klar und fügte hinzu: „Das soll nie wieder vorkommen.“ Weiland wiederum, Texter, Arrangeur und Komponist, nahm es gelassen, und so konnten die Narren des Heimat- und Kulturvereins (HKV) Dudweiler Nord 1970 stimmungsvoll weiterfeiern.

Willi Thielen etwa bezauberte als „Ballettmaus“ im hautengen Ballerinakleid, das auch seinen „Wambe“ gut zur Geltung brachte. Oder in seinen Worten: „Das Röckchen, das ich trage, hat doch Stil – keine Frage.“ Nach der Erzählung seines tänzerischen Werdegangs fasste er zusammen: „Man darf bei diesen Lernprozessen / die Pirouetten nicht vergessen.“ Und so vollführte er einige äußerst elegante Tanzschritte zu Tschaikowskis „Schwanensee“ und hatte das Publikum sofort auf seiner Seite.

Beinahe klassisches politisches Kabarett zeigte Marek Winter als „Till Eulenspiegel“. Der beim KV M‘r sin nit so beheimatete junge Narr ging quasi tagesaktuell auf die Geschehnisse in Thüringen ein, persiflierte „Baustopp-Uwe“ und stellte die Frage, ob der BER oder der LuPa schneller fertig werde – das könne aber keiner beantworten. Zur kurzzeitigen Verstimmung unter den saarländischen Karnevalisten wegen des gleichgeschlechtlichen Prinzenpaares aus Kleinblittersdorf und der mehr oder minder raschen Reaktion aus der Hauptstelle meinte er: „Öffnung, Fortschritt, ein Riesengewinn.“

Die Faasendbooze im als Narhalla dienenden Schützenhaus dankten ihm mit riesigem Applaus, ebenso wie später der Travestieshow von Mathias Voigt, einem wahren Highlight. Applaus ernteten auch die zahlreichen tänzerischen Acts. Aktivenmariechen Svenja Strauß etwa verblüffte mit einer komplexen Abfolge von Drehungen, einem Salto, diversen Tanzschritten, Radschlagen und einem Handstand im Gehen. Klasse Leistung auch von den Blauen Funken mit den Marketenderinnen.  Die waren kaum fertig, da hagelte es bereits „Zugabe!“-Rufe. Doch Sitzungsleiterin Kerstin Winter meinte nach der Power-Vorstellung: „Ich glaub, die sind erst mal am Limit.“