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Fall Nicky Verstappen
Mutmaßlicher Kindermörder nach 20 Jahren identifiziert

Eine Labormitarbeiterin nimmt von einem Mann für einen DNA-Test eine Speichelprobe (Symbolfoto).
Eine Labormitarbeiterin nimmt von einem Mann für einen DNA-Test eine Speichelprobe (Symbolfoto). FOTO: Marcus Führer, dpa
Mit einem Massen-DNA-Test im niederländischen Grenzgebiet, nahe bei Aachen, hatte die Polizei einen 20 Jahre alten Mordfall aufklären wollen. Nun gibt es einen Tatverdächtigen im Fall des getöteten Jungen Nicky Verstappen.

Zwei Jahrzehnte nach dem Mord an einem niederländischen Jungen hat die Polizei mit Hilfe von DNA-Proben einen dringend tatverdächtigen Mann identifiziert. Der 55-Jährige halte sich möglicherweise in Frankreich auf und werde mit europäischem Haftbefehl gesucht, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Maastricht am Mittwoch mit. Sie riefen die Öffentlichkeit auf, die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mörder des damals elfjährigen Jungen Nicky Verstappen zu unterstützen.


Der Junge war bei einer Ferienfreizeit aus einem Zeltlager im Grenzgebiet nordwestlich von Aachen verschwunden. Die Polizei fand die Leiche am nächsten Tag.

Sie fahndet nun nach dem Tatverdächtigen Jos B.. Den Angaben zufolge hat er zur Tatzeit im August 1998 in der Ortschaft Simpelveld unweit des Waldgebietes Brunssummerheide an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen gewohnt. Dort war das Kind auch umgebracht worden. Die Identität des Mannes war seinerzeit von der Polizei erfasst worden, wie die Behördenvertreter erläuterten. Allerdings sei er damals nur als zufälliger Passant eingestuft worden.



Auf dem Radar der Ermittler sei der Mann in diesem Jahr wieder erschienen, da er einem mehrmaligen Aufruf zur freiwilligen Abgabe von DNA-Proben für einen Massentest nicht nachgekommen war. Daran hatten sich im Februar und März rund 15.000 Männer beteiligt. Als Ermittler den 55-Jährigen zur Rede stellen wollten, war er verschwunden.

Seine DNA sei unter anderem anhand von Gegenständen in seiner Wohnung isoliert worden, erklärte der Leiter der Ermittlungen, Ferdinand Schellinkhout. Es habe sich eine „hundertprozentige Übereinstimmung“ mit der DNA eines Mannes ergeben, die seinerzeit auf der Kleidung des ermordeten Nicky gefunden wurden war.

(das/dpa)