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Getarnter Verzicht
Fake-Fasten

FOTO: Tobias Hase / picture alliance / dpa
Angeblich verzichten die meisten Menschen am ehesten auf Süßigkeit und Alkohol, sagen oder posten sie zumindest. Von Pia Rolfs

Die Tage werden länger, aber einige Gesichter bald auch. Denn Mitte Februar beginnt schon wieder die Fastenzeit. Die ist terminlich geschickt dort angesiedelt, wo die guten Neujahrsvorsätze nicht mehr hinkommen.


Die meisten Fastenden, so wurde jetzt schon vom Meinungsforschungsinstitut YouGov abgefragt, können dann am besten auf Süßigkeiten und Alkohol verzichten. Das lässt eine schockierende Vermutung zu: Fasten vielleicht vorzugsweise die Menschen, denen am Naschen ohnehin nicht viel liegt? Wirklich Schoko-Süchtige nämlich wären zu so einem krokantharten Entzug gar nicht fähig. Außerdem formt ihr vergeblicher Kampf gegen süße Versuchungen ja Intellekt und Charakter – oder wie immer diese kleinen Polster oberhalb der Hüfte heißen.

Möglicherweise werden solche Verzichtserklärungen aber auch nur leichtfertig abgegeben, weil es eben noch nicht so weit ist, sie umsetzen zu müssen. Und in der digitalen Welt reicht manchem vielleicht bald schon das Fake-Fasten: Weiterhin alles essen, aber von Kuchen und Schokolade sieben Wochen lang keine Bilder mehr im Internet posten.