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Leserbrief Fluchtursachenbekämpfung in Afrika
Vieles ist moralisch fragwürdig

 Nach einer Prognose der Uno wird die Bevölkerung in Afrika von gegenwärtig 1,2 Milliarden Menschen bis 2050 auf 2,5 Milliarden wachsen. Das hat zur Folge, dass auch doppelt so viele Nahrungsmittel et cetera benötigt werden.

Hunger, Elend und Kriege um die Ressourcen werden zwangsläufig drastisch zunehmen. Das Bevölkerungswachstum geht aber auch nach 2050 weiter. Einen rasanten Anstieg der Einwohnerzahl gibt es auch in den meisten Ländern Asiens. Diese Entwicklung sollte man bei der Flüchtlings-/Asylpolitik im Blick haben. Altkanzler Kohl prägte nach der Grenzöffnung durch Merkel den Satz: „Die Probleme müssen in den Regionen gelöst werden“, womit er wohl recht hat. Würde die EU nur die Hälfte des Bevölkerungszuwachses bis 2050 aus Afrika aufnehmen, wären 2050 die meisten Bewohner der EU Afrikaner. Es ist auch unrealistisch, dass die EU zeitlich unbegrenzt nur alle Verfolgten aufnehmen kann. Laut Asylgesetz ist dies möglich. Neben dem bestehendem Asylgesetz diskutiert die Bundesregierung ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte. Welche Folgen die Abwerbung der Fachkräfte für die Herkunftsländer hat, darüber reden die Politiker nicht. Mit dem Weggang von Wissenschaftlern, Ingenieuren, Ärzten et cetera verlieren ihre Heimatländer wesentliche Fähigkeiten, sich wirtschaftlich und gesellschaftlich weiterzuentwickeln. Die Abwerbung der Fachkräfte gereicht uns nicht zur Ehre, ist moralisch fragwürdig und eine Bankrotterklärung.


Karl-Albert Hahn, Tiefenort (Thüringen)