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Fabelhaft: Griegs Peer- Gynt-Suiten mit einem LJO in Hochform

Saarbrücken. "In der Halle des Bergkönigs", "Anitras Tanz", "Solveigs Lied" - allen Musikfreunden bekannte Charakterstücke von Edvard Grieg aus den beiden Peer-Gynt-Suiten - sind Teile der Schauspielmusik zu Ibsens Drama

Saarbrücken. "In der Halle des Bergkönigs", "Anitras Tanz", "Solveigs Lied" - allen Musikfreunden bekannte Charakterstücke von Edvard Grieg aus den beiden Peer-Gynt-Suiten - sind Teile der Schauspielmusik zu Ibsens Drama. Es handelt von der Geschichte und den (Lügen-) Geschichten des norwegischen Bauernsohnes Peer Gynt, der sich ein fabelhaftes Leben zurecht fabuliert, in Afrika Abenteuer erlebt und verarmt in die Heimat zurückkehrt. Diese Musik hat Britta Lahnstein, die Organisatorin des Landes-Jugend-Symphonie-Orchesters Saar (LJO), ausgegraben und am Samstag als Konzertfassung eindrucksvoll in der Congresshalle auf die Bühne gebracht. Gunter Cremer erzählte die Handlung eindringlich, gab den Original-Dialogen Poesie und Dramatik mit seiner unverwechselbaren Stimmkunst. Ljiljana Winkler (Solveig), Stefanie Fels (Anitra), Alexander Lauer (Peer Gynt) sowie Chorsolisten in Nebenrollen charakterisierten ihre Aufgaben expressiv und klangschön. Besonders Solveig gefiel mit feinem lyrischem Ausdruck. Die jungen Stimmen des Landesjugendchores (Saar-Chorverband) vermittelten das nordische Kolorit trefflich, trotz Mangel in den Männerstimmen und mitunter überbordendem Orchesterblech. Die Leiter der Gruppenproben und Dirigent Alexander Mayer hatten den Nachwuchs gründlich vorbereitet. Temperamentvoll in der Gestik und mit viel Gespür für die Stimmungen führte Mayer durch die meist kleinzellige Partitur, die hohe Konzentration erforderte. Gelungene Soli aus Streichern und Holz waren zu hören, das ganze Orchester zeigte sich in Hochform: Die agilen Streicher bewältigten fast makellos auch technisch Hakeliges, die flinken Holzbläser standen ihnen nicht nach, die machtvollen Blechbläser und die versierten Schlagzeuger sorgten für eindrucksvolle Akzente aus den hinteren Reihen. Trotz etwas ungleicher Streicherbesetzung (ein Nachwuchsproblem!) gelang Mayer eine gute Balance der einzelnen Register. fa