EZB-Präsident Mario Draghi wehrt sich gegen Kritik aus Deutschland

EZB-Präsident Mario Draghi wehrt sich gegen Kritik aus Deutschland

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz teils harscher Kritik aus Deutschland an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Draghi verwahrte sich gegen teils massive Kritik aus Deutschland. "Wir haben den Auftrag, Preisstabilität für die gesamte Eurozone zu wahren, nicht nur für Deutschland", sagte der Notenbank-Präsident. Unionspolitiker hatten der Notenbank vorgeworfen, sie enteigne mit Geldflut und Nullzins-Politik die Sparer in Deutschland. Draghi betonte, alle Mitglieder des EZB-Rates seien sich einig, dass die Unabhängigkeit der Notenbank verteidigt werden müsse und dass die gegenwärtige Geldpolitik angemessen sei, um die EZB-Ziele zu erreichen. "Geldpolitik war die einzige Politik in den vergangenen vier Jahren, die das Wachstum unterstützt hat", sagte Draghi. Er forderte von den Regierungen der europäischen Länder einen entschiedenen Beitrag, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Zunächst verschärfte die EZB ihren Kurs aber nicht weiter. Der EZB-Rat beließ den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent. Der Strafzins für Geld, das Finanzinstitute bei der Notenbank parken, beträgt weiterhin 0,4 Prozent.