Experten trauen Aktien weiterhin viel zu

Experten trauen Aktien weiterhin viel zu

Seit dem Sommer fahren die Börsen Achterbahn. Die Aktienkurse sind kräftig gefallen. Lohnt Wertpapiersparen noch? Fragen rund um das Thema Börse und Aktien beantworteten bei einer SZ-Telefonaktion Helmut Kretsch, Heiko Neumann und Markus Walle vom Bundesverband deutscher Banken. Hier eine Zusammenfassung der Fragen und Antworten.

Kann man Aktien noch trauen?

Aktienanleger müssen mit dem Risiko starker Kursschwankungen leben. Andererseits zeigt die historische Entwicklung, dass mit Aktienanlagen langfristig die höchsten Renditen möglich sind. Eine gute Auswahl und eine breite Streuung ist bei Aktien wichtig. Regelmäßige Anpassungen und gegebenenfalls Absicherungsstrategien sind ratsam. Besprechen Sie das mit Ihrem Berater.

Soll man aus Aktien aussteigen? Die Aktienbestände besser verkaufen?

Nach sechs Jahren steigender Aktienkurse ist ein kräftiger Kursrückschlag nicht ungewöhnlich. Das sollte für langfristig orientierte Anleger jedoch kein Grund sein, aus Aktien auszusteigen. Denn damit würde man sich die Chance nehmen, vom nächsten Kurs aufschwung zu profitieren. Auf längere Sicht sind die Perspektiven für Aktien positiv. Anleihen sind aufgrund der kaum noch vorhandenen Zinsen dagegen kaum attraktiv.

Ich möchte in Aktien investieren, aber in welche? Und wie hoch sollte der Aktienanteil am Vermögen sein?

Welche Aktienquote sinnvoll ist, hängt ab von der persönlichen Risikobereitschaft. Dazu ist ein sorgfältiges Beratungsgespräch unumgänglich. Grundsätzlich sollte man Aktienanlagen breit streuen und sich nicht auf einige wenige Werte konzentrieren, um so auch die Risiken, die Aktien nun einmal haben, breit zu streuen. Attraktiv sind nicht zuletzt dividendenstarke Aktienwerte mit Substanz. Eine Alternative zum Kauf von Einzelwerten können Aktienfonds sein, die eine breite Risikostreuung aufweisen. Welcher Fonds am besten zu Ihnen passt, können Sie ebenfalls in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Berater klären.

Ich suche eine Anlage mit regelmäßigen Erträgen. Im Zinsbereich gibt es ja fast nichts mehr. Was tun, vielleicht Aktien ?

Möglicherweise können Aktien mit nachhaltigen, attraktiven Dividendenzahlungen eine Alternative für Sie sein. Unter den großen internationalen Standardwerten gibt es einige, die eine nachhaltige Dividendenrendite von drei bis vier Prozent aufweisen. Dafür müssen Sie aber Kursschwankungen in Kauf nehmen. Auch Dividendenfonds sind eine Möglichkeit.

Aus einem fälligen Pfandbrief erhalte ich 5000 Euro, die ich renditestark anlegen möchte. Das Geld wird längerfristig nicht benötigt. Was schlagen Sie vor?

Wenn Sie renditestark anlegen wollen, kommt ein neuer Pfandbrief nicht in Betracht. Bei entsprechender Risikobereitschaft sollten Sie an Aktienfonds denken, alternativ an Mischfonds, die unter anderem in Aktien und Anleihen investieren und langfristig ebenfalls gute Renditechancen bieten.

Von meiner Bank erhielt ich einen Anruf mit der Empfehlung, einen Rentenfonds zu verkaufen. Warum?

Vermutlich hat dieser Rentenfonds Anleihen , die nur noch eine geringe Restrendite haben. Somit ist die laufende Ertragssituation sehr niedrig und wird auf absehbare Zeit nicht besser. Ein weiteres Problem: Sollten die Zinsen irgendwann steigen, wird der Wert des Fonds fallen, weil die Kurse der Anleihen fallen.

Soll ich mir ein Aktiendepot zuzulegen oder mein Geld lieber in eine sichere Immobilie stecken? Was meinen Sie?

Beides sind zwar sachwertorientierte Anlagen, doch sie sind grundverschieden. Die Aktienmärkte sehen wir langfristig positiv. Bei einer Immobilie kommt es auf den Einzelfall an: Stimmt die Lage? Stimmt der Preis? Wie ist die langfristige Vermietbarkeit? Auch Immobilien sind nicht mit hundertprozentiger Sicherheit kalkulierbar.

Ich habe 200 000 Euro auf Konten einer Bank. Wie hoch ist die Einlagensicherung ?

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt bis zu 100 000 Euro pro Bankkunde. Darüber hinaus schützt in vielen Fällen die freiwillige Einlagensicherung . Deren Höhe können Sie bei Ihrer Bank erfragen. Weitere Informationen zur Einlagensicherung gibt es auch im Internet unter www.bankenverband.de .