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Ex-Chef von Bäckereikette muss hinter Gitter

Saarbrücken. Wolfgang Ihl

Das Landgericht Saarbrücken hat den früheren Geschäftsführer der Völklinger Bäckereikette Brotbäckchen wegen mehrerer Insolvenzdelikte zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt. Dem 50 Jahre alten Bäckermeister wurden Insolvenzverschleppung, Bankrott durch fehlerhafte Buchführung und das Nichtabführen von Sozialabgaben zur Last gelegt.

Der Angeklagte hatte am zweiten Prozesstag mit einem Geständnis die Verantwortung für die verspätete Insolvenzanmeldung der Großbäckerei mit ihren zehn Filialen sowie der eigens gegründeten Auffanggesellschaft Panadoro übernommen. Der mitangeklagte Ex-Geschäftsführer von Panadoro wurde daraufhin als Strohmann des Hautangeklagten eingestuft. Das Verfahren gegen den 65-Jährigen wurde deshalb gegen Zahlung von 600 Euro eingestellt.

Der Hauptangeklagte hatte die Großbäckerei im Februar 2012 übernommen. Nur wenige Monate später war das Unternehmen zahlungsunfähig und überschuldet. Insolvenz wurde aber erst rund ein halbes Jahr später angemeldet. Ähnlich war es bei der anschließend gegründeten Auffanggesellschaft und einer weiteren zugekauften kleinen Bäckerei. Im Insolvenzverfahren von Brotbäckchen und seinen Tochterfirmen werden von Lieferanten, Sozialversicherungen und anderen Betroffenen Forderungen in Höhe von rund 900 000 Euro geltend gemacht.