EU will Sparer besser vor Bankpleiten schützen

EU will Sparer besser vor Bankpleiten schützen

Brüssel. Die Europäische Union will Sparer davor bewahren, dass sie durch Bankpleiten ihr Vermögen verlieren. Die Banken sollen deshalb künftig zwei Prozent der Spareinlagen zurücklegen - drei- bis fünfmal so viel wie bisher. Das berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf ein Papier der EU-Kommission

Brüssel. Die Europäische Union will Sparer davor bewahren, dass sie durch Bankpleiten ihr Vermögen verlieren. Die Banken sollen deshalb künftig zwei Prozent der Spareinlagen zurücklegen - drei- bis fünfmal so viel wie bisher. Das berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf ein Papier der EU-Kommission. "Nach zehn Jahren wären vorfinanzierte Mittel von 128 Milliarden Euro eingesammelt", zitierte die Zeitung aus dem Dokument. Die Einlagensicherung für Bankkunden in der EU sei mit einem Volumen von 23 Milliarden Euro derzeit völlig unterfinanziert. Die privaten Banken in Deutschland zahlen der "FTD" zufolge jährlich nur 0,06 Prozent der Spareinlagen in den freiwilligen Sicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB) ein. Künftig könnten für die Beiträge für Sicherungsfonds aber bis zu zehn Prozent des jährlichen Gewinns von Banken abgeschöpft werden. Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Jochen Sanio, hat dafür plädiert, dass auch große Banken in die Pleite gehen können. Für eine schonende Liquidation müsse allerdings eine besondere Abwicklungsbehörde mit "umfassenden Kompetenzen" ausgestattet werden, sagte Sanio der "Tageszeitung". Während der Finanzkrise hatte sich gezeigt, dass viele Finanzfirmen zu groß sind, um sie Pleite gehen zu lassen. Bei solchen Rettungsaktionen müssten nach Sanios Ansicht zunächst die Eigentümer und die sonstigen Risikokapitalgeber "bluten". Gut dotierte, von den Banken finanzierte Sicherungsfonds sollen weitere Löcher stopfen. Nur so lasse sich sicherstellen, "dass die letzte Rechnung nicht doch wieder beim Steuerzahler landet". afp