EU will mit neuen Vorschriften Banken sicherer machen

EU will mit neuen Vorschriften Banken sicherer machen

Brüssel. Kredite dürften in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. Grund dafür sind die neuen Vorschriften der EU für Banken, die spätestens ab 2015 ihr Eigenkapital deutlich erhöhen müssen. Ersten Schätzungen zufolge könnten sich die Kosten für Darlehen dadurch um ein bis zwei Prozentpunkte erhöhen

Brüssel. Kredite dürften in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. Grund dafür sind die neuen Vorschriften der EU für Banken, die spätestens ab 2015 ihr Eigenkapital deutlich erhöhen müssen. Ersten Schätzungen zufolge könnten sich die Kosten für Darlehen dadurch um ein bis zwei Prozentpunkte erhöhen. "Der Druck auf die Zinsen wird stärker, weil weniger Geld da ist", hieß es gestern aus Wirtschaftskreisen. Diese Auswirkungen sind die Kehrseite der neuen Vorschriften, die die EU-Kommission gestern vorgelegt hat. Sie sollen dazu beitragen, die Geldinstitute krisenfester zu machen. Dabei geht es um Mindeststandards für die rund 8000 Institute in der EU, die 53 Prozent aller weltweiten Vermögenswerte halten."Unser Ziel lautet, die Widerstandskraft des europäischen Bankensektors zu stärken", sagte der zuständige EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier in Brüssel. Damit nicht wieder im Krisenfall die Steuerzahler einspringen müssen. Brüssel genehmigte im Verlauf der Finanzkrise 4,1 Billionen Euro, mit denen die Mitgliedstaaten angeschlagene Häuser gerettet haben.

Empfindliche Strafen

Mit den neuen Vorgaben verfolgt die EU drei Ziele: Erstens: Die Eigenkapitalanforderungen an die Banken werden verbessert. Damit setzt die Kommission als "Basel III" bekannten internationalen Standards für das Eigenkapital von Banken in Europa um. Zweitens: Die Aufsichtsbehörden sollen neue Befugnisse erhalten, um Banken enger überwachen und mit etwaigen Sanktionen belegen zu können, wenn Risiken entdeckt werden. So sollen sie beispielsweise die Kredite einschränken können, wenn die Entstehung einer Kreditblase droht. Drittens: Indem die Kommission alle einschlägigen Rechtsvorschriften zu einem Paket schnürt, schlägt sie auch ein einheitliches Regelwerk für die Bankenregulierung vor. Dies soll nicht nur für mehr Transparenz, sondern auch für eine bessere Durchsetzung sorgen.

Für den Fall, dass sich die Banken nicht an das neue EU-Recht halten, sieht die Kommission empfindliche Strafen vor. Diese sollen bis zu zehn Prozent des Umsatzes ausmachen können, was sich für einige Banken auf mehrere Milliarden beläuft.

Das Vorschriften-Papier wird in den kommenden Monaten noch im Detail ausgehandelt und dann dem zuständigen Ministerrat und dem Europäischen Parlament zur Verabschiedung vorgelegt. dr

Mehr von Saarbrücker Zeitung