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Contra Zeitumstellung
Es ist Zeit, den Mumpitz aus Brüssel zu beenden

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Allein schon deshalb muss die Zeitumstellung wieder abgeschafft werden, damit sich keiner mehr folgende, nervige Frage zweimal im Jahr stellen muss: Wird die Uhr jetzt eine Stunde vor- oder zurückgestellt? Diesmal eine Stunde vor. Und so sollte es nach der Abschaffung auch bleiben, denn die Sommerzeit bedeutet mehr Lebensqualität. Von Hagen Strauss

Selbstverständlich gibt es noch andere Gründe, dem Brüsseler Unsinn endlich den Garaus zu machen. Brüsseler Unsinn deswegen, weil die Einführung der Zeitumstellung im Jahr 1980 zwar gut gemeint gewesen ist, aber sich in den letzten Jahrzehnten die Erkenntnislage klar verändert hat. Glaubte man seinerzeit noch, Energie einsparen zu können, so steht inzwischen fest: Ziel verfehlt. Zwar knipsen die Bürger durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht an – dafür wird im Frühjahr und Herbst morgens mehr geheizt. Der Effekt verpufft also.


Aber es gibt noch mehr Argumente, warum die Zeitumstellung Mumpitz ist. Sie bereitet den Menschen viel größere Probleme, als in früheren Jahren angenommen wurde. Der Biorhythmus, insbesondere der der Kinder, passt sich erst einige Tage nach der Zeitänderung an. Eltern wissen das. Dauer-Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können bei allen die Folge sein. Das sollte man den Leuten dann doch bitteschön endlich ersparen.

Wem das alles noch nicht als Beleg reicht, dem sei auch dies noch gesagt: Der organisatorische Aufwand in der Folge ist immens, nicht nur, weil an den Zeigern von Millionen Uhren gedreht werden muss. Auch Dienst- und Fahrpläne müssen angepasst werden. Der einzige Grund, warum die Bürger dennoch immer wieder mit dem Drehen an der Uhr behelligt werden, ist der: Einmal beschlossen, immer beschlossen. Und das ist genauso ärgerlich wie die Zeitumstellung selbst.