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Leserbrief Ein Revolutionär mit durchwachsener Bilanz
Es gibt für Papst noch viel zu tun

Papst/durchwachsene Bilanz

„Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“, rief Papst Franziskus bei seiner ersten Audienz am 16. März 2013 aus. Er hat es sich mit seiner Wahl zur Aufgabe gemacht, die verkrustete Kirche wieder auf den richtigen Weg zu bringen, dies hat auch seine Namenswahl gezeigt. Seine Weihnachtsansprache 2014 hat offen aufgezeigt, wo die Kirche zurzeit steht. Die Umfrageergebnisse zur aktuellen katholischen Kirche sind nicht nur in Deutschland katastrophal und wurden jahrelang schön geredet. Jorge Bergoglio setzt um, was noch vor seiner Wahl unvorstellbar war. So die Möglichkeit, dass wiederverheiratet Geschiedene zur heiligen Kommunion zugelassen werden können, das Thema Zölibat stellt er offen zur Diskussion. Pädophilie in der Kirche nimmt er ernst. Bergoglio stößt Themen an, die nicht mehr ausgesessen werden können. Es ist allerdings unmöglich, in nur fünf Jahren seines Pontifikats all das zu verändern, was Jahre zuvor versäumt wurde. Wasser predigen und Wein trinken: Noch zu viele sind innerhalb der Kirche der Meinung, dass dies nur für andere zählt, Papst Franziskus selbst kann dies sicherlich niemand vorwerfen. Die notwendigen Reformen sind vielen in der katholischen Kirche noch immer ein Dorn im Auge. Als durchwachsen würde ich auch die Bilanz keineswegs bezeichnen. Ich wünsche Papst Franziskus, dass er noch lange die Kraft hat, solchen Gegnern Paroli zu bieten, um seine Reformen umzusetzen. Es gibt noch viel zu tun.