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Kommentar
Es dominiert das Krisenmanagement

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der Fall Noswendel zeigt exemplarisch, in welchen Nöten und Zwängen die meisten Kommunen in unserem Land stecken: Sie bekommen von übergeordneten Ebenen, in diesem Fall dem Bund, Aufgaben aufs Auge gedrückt, ohne dass ihnen im gleichen Zuge die finanziellen Spielräume für deren Erledigung geschaffen werden.

Natürlich kann man sagen, die Stadt Wadern habe zu spät auf einen sich andeutenden Raumengpass in der „Villa Wackelzahn“ reagiert. Auf der anderen Seite wird jeder Haushalt der Stadt (so wie die der meisten anderen Kommunen im Land auch) einer strengen Prüfung durch die Kommunalaufsicht unterzogen. Kommunen, die ein Haushaltsdefizit aufweisen – und das sind im Saarland fast alle – müssen jede Ausgabeposition kritisch auf den Prüfstand stellen. Sonst droht die Ablehnung ihres Etats durch die Prüfbehörde. Zukunftsweisende Investitionen sind unter diesen Bedingungen nicht leicht zu realisieren, stattdessen dominiert vielerorten das Krisenmanagement.


Auch die Sorgen der betroffenen Eltern sind nur zu gut zu verstehen. Niemand möchte sein Kind in einer Umgebung betreut wissen, die Beklemmung und Unwohlsein vermittelt. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wer gute Bildung und Betreuung für unsere Kinder haben will, muss dafür Geld in die Hand nehmen – und das kann nicht allein die Gemeinde vor Ort stemmen.