Erneuter Schlag für Solarbranche: Q-Cells ist pleite

Erneuter Schlag für Solarbranche: Q-Cells ist pleite

Bitterfeld. Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells hat gestern beim Amtsgericht in Dessau-Roßlau die Insolvenz beantragt. Das teilte eine Sprecherin des Gerichts mit. "Die Unterlagen wurden eingereicht", sagte sie. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Q-Cells hatte den Gang zum Insolvenzrichter am Vortag angekündigt

Bitterfeld. Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells hat gestern beim Amtsgericht in Dessau-Roßlau die Insolvenz beantragt. Das teilte eine Sprecherin des Gerichts mit. "Die Unterlagen wurden eingereicht", sagte sie. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Q-Cells hatte den Gang zum Insolvenzrichter am Vortag angekündigt. Das Unternehmen ist hoch verschuldet und beschäftigt noch rund 2200 Menschen in Deutschland und Malaysia.Nach Solarhybrid, Solar Millennium und Solon ist dies die vierte größere Pleite in der deutschen Solarbranche. Die Unternehmen leiden unter Förderkürzungen und einem starken Preisverfall. Die Billigkonkurrenz aus China hat die deutschen Hersteller massiv unter Druck gesetzt.

Unklar ist, welche Auswirkungen die Insolvenz auf die Zukunft der Arbeitsplätze bei dem Hersteller haben wird, der in Bitterfeld-Wolfen ansässig ist. In der Region sorgte die Nachricht von der Insolvenz für große Betroffenheit, obwohl diese angekündigt worden war und das Unternehmen schon länger Probleme hatte. 2011 hat es bei einer Milliarde Umsatz 846 Millionen Euro Verlust gemacht. Um das börsennotierte Unternehmen haben sich auf der grünen Wiese in "Solar Valley" mehrere Firmen angesiedelt.

Auch das Photovoltaik-Unternehmen Phoenix Solar kämpft angesichts der geplanten Kürzung der Solarförderung um seine Finanzierung. Für einen Kredit eines Bankenkonsortiums von ursprünglich 150 Millionen Euro musste ein Stillhalteabkommen verlängert werden, wie das bayerische Unternehmen mitteilte. Als Folge brachen Phoenix-Aktien gestern zeitweilig um mehr als 30 Prozent ein. dpa

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