Erneute Griechenland-Rettung naht

Erneute Griechenland-Rettung naht

Brüssel. Die Chancen auf ein rasches neues Rettungspaket für Griechenland steigen. Am nächsten Donnerstag kommen die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder in Brüssel zu einem Sondergipfel zusammen. Dort werden sie über einen Ausweg aus der Schuldenkrise und die Details eines zweiten Notfallplans für Griechenland beraten, teilte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel mit

Brüssel. Die Chancen auf ein rasches neues Rettungspaket für Griechenland steigen. Am nächsten Donnerstag kommen die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder in Brüssel zu einem Sondergipfel zusammen. Dort werden sie über einen Ausweg aus der Schuldenkrise und die Details eines zweiten Notfallplans für Griechenland beraten, teilte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel mit.Auf der Tagesordnung werde die Stabilität des Euro-Raums als Ganzes sowie "die zukünftige Finanzierung des griechischen Hilfsprogramms stehen", schrieb der Gipfel-Chef. Er habe die Finanzminister gebeten, bis zu dem Treffen Beschlüsse auszuarbeiten. Eventuell sollen die Laufzeiten von Krediten sollen verlängert werden und die Zinsen sinken. Konkrete Vorschläge stehen allerdings noch aus.

Diplomaten gehen davon aus, dass der wochenlange Streit um die Details des Rettungspakets nun bald gelöst ist. Mit einer gemeinsamen Aktion könnte die Gefahr einer Ausbreitung der Euro-Krise verhindert werden. Umstritten ist insbesondere die Einbeziehung von Banken und Versicherungen in den neuen Plan. Die privaten Gläubiger sollen einen Teil der Kosten schultern - und nicht mehr nur der Steuerzahler. Das neue Paket könnte einen Umfang von bis zu 120 Milliarden Euro haben. Ein Szenario lautet, dass der Rettungsfonds EFSF griechische Anleihen in großem Stil aufkaufen könnte, damit Athen den riesigen Schuldenberg abtragen kann.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht unterdessen den Euro als Ganzes durch die Schuldenprobleme Griechenlands bedroht. Weil an den Märkten bezweifelt werde, dass Griechenland seine Schulden tragen könne, habe das Land eine Vertrauenskrise des Euro ausgelöst. Die Euro-Gruppe arbeite an "zügigen Lösungen" für das Griechenland-Problem, sagte Schäuble der WAZ-Gruppe. "Wir müssen sicherstellen, dass Griechenland seine Schulden tragen und finanzieren kann", was an den Märkten zur Zeit bezweifelt werde.

Schäuble lehnte erneut gemeinsame Anleihen der EU-Staaten ab. "Diese sogenannten Eurobonds würden bedeuten, dass für diese Schuldscheine nicht mehr allein die einzelnen Staaten haften und auch keine Konsequenzen in Form von höheren Zinsen für unsolide Haushaltspolitik befürchten müssten." Damit würde die Grundstruktur der Europäischen Währungsunion außer Kraft gesetzt. dpa/dapd

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