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Ensembleleistung im Fokus

Spielen mit Purcell und Britten alte und neue Musik: „Les Violes“ treten am Freitag, 20 Uhr, in der Saarbrücker Christuskirche auf. Foto: Tamis
Spielen mit Purcell und Britten alte und neue Musik: „Les Violes“ treten am Freitag, 20 Uhr, in der Saarbrücker Christuskirche auf. Foto: Tamis FOTO: Tamis
Saarbrücken. Bis zum 13. April finden während der „Tage Alter Musik im Saarland“ rund 20 Konzerte im Saarland statt. Die Förderpreise, die am Samstag beim Eröffnungskonzert vergeben wurden, gingen nach Wien, Mainz und Leipzig. Von SZ-MitarbeiterStefan Uhrmacher

"Musique allerley Art..." lautet das Motto, unter dem sich zwischen dem 5. März und 13. April die "Tage Alter Musik im Saarland 2014 (TAMiS)" anschicken, mit über 20 Konzerten in Saarbrücken und der weiteren Umgebung die Freunde der ernsten Muse zu beglücken. Beim offiziellen Eröffnungskonzert am Samstagabend wurde im Saal der Hochschule für Musik (HfM) der "Förderpreis Alte Musik 2014" vergeben. Der Förderpreis ist eine alljährliche Nachwuchspflege der Festivalveranstalter der Akademie für Alte Musik gemeinsam mit dem SR.

Diesmal richtete sich der Wettbewerb an Ensembles mit einer Gesangsstimme plus Basso continuo und einem Repertoire zwischen Hoch- und Spätbarock. Eine Vorjury hatte drei Finalisten auserkoren, die seit Mittwoch einem Meisterkurs mit dem Alte-Musik-Spezialisten Gotthold Schwarz beiwohnen durften. Der Sänger, Ensemblechef, Dozent und Stimmbildner des Thomanerchors seiner Heimatstadt Leipzig und die hiesigen Musikgrößen Rainer Oster, Adolph Seidel und Elisabeth Woll formierten das Jurorenquartett des Konzerts. Zunächst bat SR-Moderatorin Ricarda Wackers die Formation GaLaVoCe aus Wien auf das Podium: Für eine ausgeglichene Ensembledarbietung erhielt das Quartett um Ana-Marija Brkic, die ihren schlanken Sopran dosiert und feinfühlig einsetzte, den mit 1000 Euro dotierten zweiten Preis.

Mit glühender Emotion und kraftvollen dramatischen Akzenten begeisterte danach die stimmstarke Sopranistin Radoslava Vorgic. Die Jury beurteilte freilich das Miteinander ihres Mainzer Trios (mit Andres Ruiz Sara, Cello; Marta Chorzynska, Orgel, Cembalo) weniger positiv und vergab den dritten Preis (500 Euro). Hier zählte eben die Ensembleleistung, und so war Platz eins (1500 Euro) für das Leipziger Trio mit dem augenzwinkernden Nenner "Barockwerk Ost" durchaus verdient: Frontmann Patrick Grahl (Tenor) bestach durch sängerische Perfektion: hervorragende Textverständlichkeit, sehr kontrollierter Einsatz der elastischen, tragenden Stimme. Grahls pointiert und routiniert aufspielende Begleiter Arve Stavram (Orgel, Cembalo) und Felix Görg (Cello) machten den guten Eindruck komplett, obwohl der Streicher - wie auch seine Zunftkollegen der übrigen Ensembles - intonationstechnisch nicht immer makellos agierte. Auch der Publikumspreis ging an "Barockwerk Ost".

Heute zeigt das Saarbrücker Filmhaus um 19 Uhr den Stummfilm "Piccadilly". Mit Livemusik und der Chansonsängerin Noémi Schröder.

alte-musik-saarland.de