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Energieverbraucher zeigen Stromkonzerne an

Düsseldorf. Gegen die Stromkonzerne Eon und RWE sind neue Vorwürfe der Preismanipulation erhoben worden. Ansgar Federhen, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Ortsgemeinderat Rheinbreitbach, und der Bund der Energieverbraucher haben bei den Staatsanwaltschaften in Düsseldorf und Essen Strafanzeige gegen die Vorstände verschiedener Eon- und RWE-Gesellschaften gestellt

Düsseldorf. Gegen die Stromkonzerne Eon und RWE sind neue Vorwürfe der Preismanipulation erhoben worden. Ansgar Federhen, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Ortsgemeinderat Rheinbreitbach, und der Bund der Energieverbraucher haben bei den Staatsanwaltschaften in Düsseldorf und Essen Strafanzeige gegen die Vorstände verschiedener Eon- und RWE-Gesellschaften gestellt. Die beiden Unternehmen hätten bewusst weniger Strom an der Leipziger Energiebörse EEX angeboten und so die Preise in die Höhe getrieben, lauten die Vorwürfe. Dies rechtfertige die Anzeige wegen Betrugs und wegen Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz. Nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher seien den deutschen Stromverbrauchern allein im Jahr 2007 durch Manipulationen an der Strombörse Schäden in Höhe von 12,6 Milliarden Euro entstanden. Deshalb hätten alle Verbraucher von den Industriekunden bis zu Privathaushalten einen Anspruch auf Schadenersatz. Die Organisation stützt sich dabei auch auf Angaben der EU, die von Preismanipulationen an der EEX gesprochen hatte. Der Eon-Konzern wies die Darstellung zurück. An der Leipziger Strombörse gebe es 226 Teilnehmer aus 21 Ländern. Rund 70 Stromversorger aus ganz Europa böten dort ihren Strom an. Dies "relativiert die Bedeutung der deutschen Stromerzeuger erheblich", erklärte das Unternehmen. Gegen eine Manipulation an der Börse spreche auch, dass sich die Strompreise in allen Ländern auf ähnlichem Niveau bewegten. Inzwischen geht auch das Kartellamt dem Verdacht eines Missbrauchs von Marktmacht nach und hat bei annähernd 60 Energieunternehmen Daten zur Stromerzeugung, Steuerung und Einsatzplanung von Kraftwerken angefordert. hwb/dpa/afp