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Emotion und Anspruch: Staatsorchester spielt Haydn und Rossini

Saarbrücken. Die fünfte der zwölf „Londoner Sinfonien“ von Joseph Haydn war heiteres Entrée beim 4. Sinfoniekonzert des Saarländischen Staatsorchesters am Sonntag in der Saarbrücker Congresshalle. fa

Ihr positives C-Dur fand Entsprechung im leichten Spiel der geist- und kunstvollen Strukturen, die Haydn auf dem Gipfel seiner sinfonischen Meisterschaft charakterisieren. Der israelische Dirigent Asher Fisch konnte mit großem gestischen Repertoire lockere Streicher, flexibles Holz, präsentes Blech und kraftvolle Pauken zu einer fast störungsfreien, schwungvollen Einheit zusammenfügen.

Schwieriger wurde das bei Gioacchino Rossinis "Stabat Mater", denn Solisten und Chor sollten doch in guter Balance, in Einheit mit dem Orchestertutti sein. Fisch scheint die Posaunen zu lieben und so verloren sich die Sänger allzu oft im "Schall der Posaun". Rossinis opernhafte Theatralik, die dennoch "Anmut inmitten aller Schrecken" entsprechend dem "ungeheuren Martyrium" (Heine) bedeutete, muss in der Interpretation ihren Niederschlag finden. Vorzüglich gelang dies dem Opernchor (Einstudierung Jaume Miranda) und auch den Solisten: Yitian Luan mit dramatischem Sopran, Stefanie Irányi mit schönem Mezzosopran, János Oscovai mit schlankem Tenor und Olafur Sigurdarson mit charaktervollem Bass.

Besonders gut kam der homogene Chor in den beiden a cappella-Teilen zum Klingen und die Schlussfuge "In sempiterna saecula" ein Ensemble, das Klangkultur mit Emotion und Anspruch auszustatten verstand.