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Beutel ohne Placebo
Einen im Tee

Viele Menschen befolgen intuitiv das Motto „abwarten und Tee trinken“. Doch sie wissen jetzt gar nicht mehr, worauf sie eigentlich warten. Denn auf den psychologischen Zusatznutzen gibt der Name ihres Teebeutel-Heißgetränks keine Hinweise mehr. Von Pia Rolfs

So darf Teekanne seine Produkte nicht mehr „Konzentration“, „mentale Fitness“ und „geistige Leistungsfähigkeit“ nennen. Ein schlimmer Verlust! Denn wer glaubt, dass Teetrinken so etwas bewirkt, hat gerade mentale Fitness und geistige Leistungsfähigkeit bitter nötig. Und es fehlt ihm die Konzentration, das zu erkennen.


Aber diese Gesundheitsversprechen, so urteilte das Landgericht Düsseldorf knallhart, seien nicht belegt. Auf den nahe liegenden Kompromiss, den Tee zumindest „Placebo-Effekt“ zu nennen, kamen sie nicht. Vermutlich fehlte da die entsprechende Teestunde mit dem Beutel „Blödsinnstoleranz“.

Erfahrene Ostfriesentee-Trinker sehen die Sache allerdings von einer ganz anderen Seite. Denn sie fühlen sich immer dann besonders mental fit und geistig leistungsfähig, wenn sie einen im Tee haben. Es darf nur kein Beutel sein.