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Eine Stimme, die alles kann

Saarbrücken. Sie kam, sang und erntete Standing Ovations: Eine der ganz großen Stimmen unserer Zeit, Jessye Norman. Den Musikfestspielen Saar war es gelungen, die große Diva vor ihrer Deutschlandtournee namens "Roots 2009" in die Ludwigskirche zu locken

Saarbrücken. Sie kam, sang und erntete Standing Ovations: Eine der ganz großen Stimmen unserer Zeit, Jessye Norman. Den Musikfestspielen Saar war es gelungen, die große Diva vor ihrer Deutschlandtournee namens "Roots 2009" in die Ludwigskirche zu locken. "American Masters" brachte sie mit, Songs aus Musicals von Bernstein, Gershwin, Rodgers, Spirituals und einige Preziosen von Duke Ellington.Gemächlich lässt sie es angehen, modelliert und erzählt mit ihrer Stimme, die alles kann, die lyrisch-poetischen Geschichten, kostet Emotionen aus. Großzügig sind ihre Gesten, ihr Stimmeinsatz, ihre Präsenz und auch die Zuwendung, die sie den Zuhörern schenkt. Rhythmische Strukturen blitzen selten auf: "I've got rhythm" oder Joplins "Marching onward" gehen dann doch nicht ganz ohne. Des Dukes "It don't mean a thing if it ain't got that swing" wird gepflegt angeswingt und sorgt für Frische in larmoyanter Gefühlstiefe, Herzenseinsamkeit, Liebesfreud und Liebesleid. Ein eigenwillig geformtes Spiritual-Medley führt "back to the roots", zu denen der großartige, absolut sichere Pianist Mark Markham hingebungsvoll seiner Partnerin folgt. Ein Joplin-Waltz zeigt seine solistischen Qualitäten, die sich im abschließenden "Summertime" aufs Schönste mit fantasievoller, stimmlich-instrumentaler Improvisation der Norman vereinen. Ein einmaliger, intensiver Abend, der so manches Zuhörerherz ehrlich berührte. What a wonderful day! fa



Nächstes Festivalkonzert: "American Dream" mit Gudrun Landgrebe (Lesung) und Sebastian Knauer (Klavier). Heute um 19 Uhr im Saarbrücker Schloss.