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| 21:07 Uhr

Ein "Runder Tisch" hilft aus der Krise wieder auf die Erfolgsspur500 Unternehmen wurden unter die Lupe genommen

Schmelz. Vor sieben Jahren stand Steinmetz- und Fliesenlegermeister Uwe Petry (Foto: SZ) aus Schmelz-Limbach mit seinem Betrieb kurz vor dem Aus. Inzwischen ist seine Firma wirtschaftlich gesund, zählt viele prominente Kunden und der 39-jährige Betriebsinhaber führt mit Erfolg das Forum junger Handwerksunternehmer im Saarland Von SZ-Mitarbeiter Udo Lorenz

Schmelz. Vor sieben Jahren stand Steinmetz- und Fliesenlegermeister Uwe Petry (Foto: SZ) aus Schmelz-Limbach mit seinem Betrieb kurz vor dem Aus. Inzwischen ist seine Firma wirtschaftlich gesund, zählt viele prominente Kunden und der 39-jährige Betriebsinhaber führt mit Erfolg das Forum junger Handwerksunternehmer im Saarland. Entscheidend geholfen hat ihm und vielen anderen der "Runde Tisch Krisenmanagement" von Handwerkskammer (HWK), Industrie- und Handelskammer (IHK), die Förderbank KfW und die Zentrale für Produktivität und Technologie (ZPT). Jetzt zog der "Runde Tisch" positive Bilanz seiner zehnjährigen Arbeit. Mindestens 2600 Arbeitsplätze wurden nach eigenen Angaben seither gerettet in Firmen, die auf der Kippe standen. "Unser Betrieb war 2002 aufgrund von Expansion und falscher Geschäftspolitik in enorme Schieflage geraten", erinnert sich Petry: "Es gab extreme Liquiditätsschwierigkeiten wegen Zahlungsausfällen größerer Unternehmen. Wichtig ist aber, dass man die Zeichen schon Viertel nach Elf und nicht erst um fünf vor Zwölf erkennt und entsprechend reagiert." Laut Umfragen von HWK und IHK führen vor allem Liquiditäts-, Absatz- und Managerprobleme Betriebe in die Krise. Betroffen sind vor allem der Handel, die Branchen Bau/Ausbau, Metall/Elektro und Nahrungsmittelgewerbe sowie in jüngster Zeit verstärkt auch Logistik- und Gastronomiebetriebe. Petry erzählt, er habe damals auf einer Broschüre der Handwerkskammer von dem "Runden Tisch Krisenmanagement" erfahren und sich sofort an ihn gewandt. Dabei seien ihm nach sechs bis acht Sitzungen mit Analyse der Sachlage sehr schnell nützliche Tipps zur Rettung des Betriebs gegeben worden. Banken hätten sich flexibler gezeigt, der Betrieb selbst sei umstrukturiert worden. Mehr Augenmerk auf die Wünsche der Kunden und ihre Bedingungen, Vorkasse, Warenkreditversicherung, waren die wichtigsten Ratschläge für Petry. Es ging schnell aufwärts. Petrys Betrieb macht heute nach eigenen Angaben mit 18 Mitarbeitern rund 1,2 Millionen Euro Jahresumsatz. Auf der Kunden-Referenzliste stehen so prominente Namen wie die BMW-Niederlassung Saarbrücken (Betonwerk-Steinarbeiten), SAP St. Ingbert (Sandsteinsanierung), die US-Airbase Ramstein (Natursteinarbeiten), das Radisson Hotel in Frankfurt (Naturstein) oder Pizza Wagner in Otzenhausen (Fliesenarbeiten).Saarbrücken. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir mit dem Runden Tisch knapp 500 Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt, sie wieder auf Erfolgskurs gebracht und somit 2600 Arbeitsplätze gesichert", freuen sich die Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK), Georg Brenner, sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK), Volker Giersch. Zwei Drittel der Betriebe, bei denen sich der Runde Tisch einschaltete, bestünden heute noch nach vielen Jahren. Die KfW-Bankengruppe stellte laut Abteilungsdirektor Christian Berlin 787 000 Euro für die Rettungsaktionen des Runden Tisches zur Verfügung. Im Schnitt waren das etwa 300 Euro pro gerettetem Arbeitsplatz. "Gut angelegtes Geld", betonen alle Beteiligten des Runden Tisches. Für Volker Giersch ist er "eines der effizientesten Mittel der Mittelstandsförderung" überhaupt. ulo