Ein Platz an der Sonne – Balkon nachrüsten

Ein Platz an der Sonne – Balkon nachrüsten

Balkone gehören bei Neubauten zum Ausstattungsstandard. Doch auch bei bestehenden Gebäuden wird immer öfter nachgerüstet. Die Profis vor Ort haben die ideale Lösung, um Ihnen einen Platz in der Sonne anzubieten.

Balkone bieten einen Mehrwert. Bei den meisten Wohngebäuden werden sie daher mit eingeplant. Auch im Gebäudebestand werden Balkone immer häufiger im Zuge einer Modernisierung nachträglich eingeplant. Die Vorteile liegen auf der Hand: Gewinn von zusätzlicher Wohn- oder Nutzfläche, einfacher und geschützter Zugang ins Freie, mögliche Schaffung einer Wohlfühl-Oase und eine Aufwertung der Wohneinheit. Bevor man das Projekt Balkon in Angriff nimmt, braucht man zunächst mal eines: eine Baugenehmigung – weil dadurch das Haus und dessen Erscheinungsbild maßgeblich verändert werden. Ein Balkon sollte außerdem stabil gebaut sein und dazu eine gewisse Statik aufweisen.

Dem Balkon-Trend entsprechend hat sich die Herstellerindustrie angepasst und bietet eine große Auswahl an Modellen, die für eine Nachrüstung in Frage kommen.

Der sogenannte Vorstellbalkon gilt als die einfachste Konstruktion, da sie selbst tragend ist. Vier Stützen tragen den Balkon. Die Stützen werden vor das Gebäude ins Erdreich auf Punkt- oder Streifenfundamente gestellt und an der Fassade punktuell verankert. Da das Gewicht des Vorstellbalkons auf den Stützen lagert, beeinflusst diese Bauart nicht die Statik des Hauses.

Ein sogenannter Anbaubalkon wird mit dem Gebäude durch rostfreie Verankerungen verbunden, auf der anderen Seite steht er auf zwei Stützen, die wiederum auf Punktfundamenten im Erdreich vor dem Gebäude stehen. Wandseitig wird das Gewicht des Balkons vom Gebäude getragen, während der andere Teil des Gewichts auf den zwei Stützen verteilt liegt.

Die Ausrichtung des neuen Balkons spielt eine entscheidende Rolle, also die Himmelsrichtung des neuen Wohnraums. Wer gerne den Balkon fürs Sonnenbaden benutzen möchte, braucht einen Südbalkon. Mit einem nach Osten ausgerichteten Balkon genießt man Sonnenaufgänge, dagegen Sonnenuntergänge sind auf einem Westbalkon zu sehen.

Ist die Wahl der Konstruktion erfolgt, gilt es das Material des Balkons zu wählen. Bewährt haben sich Aluminium, Holz oder eine Aluminiumvariante in Holzoptik.

Aluminiumbalkone besitzen eine edle Optik, bieten Stabilität und sind langlebig. Spezielle Pulverbeschichtungen sorgen für Witterungsresistenz und Pflegeleichtigkeit. Die Designauswahl ist heutzutage vielfältig: beginnend bei einer reinen Streben-Edelstahl-Variante über farbige Sichtschutzelemente bis hin zu extravaganten Akzenten ist alles erhältlich.

Holzbalkone zählen zu den Klassikern und geben dem Objekt Natürlichkeit. Dank moderner Oberflächenveredelungsverfahren haben Balkone aus dem natürlichen Rohstoff eine sehr hohe Lebensdauer und sind geschützt vor Witterungseinflüssen. Optisch lassen sich von einfachen Balkenkonstruktionen bis hin zu filigranen Schnitzereien nahezu alle Wünsche realisieren.

Eine Besonderheit stellen Balkone dar, die Aluminium und Holz vereinen. Der Aluminiumbalkon wird im Rahmen der Herstellung mit einer Beschichtung versehen, die mittels speziellen Verfahren eine Holzstruktur entwickelt. Die Struktur wird im gesamten Lackaufbau verteilt und erreicht dadurch Haltbarkeit und UV-Stabilität.

Über Optik und Sicherheit entscheidet auch das Balkongeländer. Ob aus Holz, Aluminium, Kunststoff oder Edelstahl – als Blickfang eines jeden Hauses prägen sie dessen Charakter und machen es unverwechselbar.

Mit einem Geländersystem gibt es eine moderne Kombination aus widerstandsfähigem Aluminium, rostfreiem Edelstahl und hochwertigem Acrylglas. Es vereint Stabilität und Haltbarkeit mit formschöner Eleganz. Sowohl im Innen- als auch im Außenbereich sorgt es für höchste, TÜV-geprüfte Sicherheit auf leichte, transparente Art. Extravaganter Eyecatcher ist die Acrylglasscheibe in Form einer Bogensilhouette, die dem Geländersystem seinen unverwechselbaren Charakter verleiht. Ergänzt wird das System durch elegante Aluminiumblumenkästen.

Wird das Balkongeländer verändert, wandelt sich dadurch auch die äußere Gestaltung des Gebäudes. Deswegen gehört es zum Gemeinschaftseigentum. Zu baulichen Veränderungen ist grundsätzlich ein Mehrheitsbeschluss und zusätzlich die Zustimmung aller Wohnungseigentümer, die durch die Maßnahme einen erheblichen Nachteil erleiden, erforderlich.

In der Bauordnung eines jeden Bundeslandes ist festgeschrieben, welche Höhe für das Geländer erforderlich ist. Im Saarland soll es bei einer Absturzhöhe bis zu zwölf Meter 80 Zentimeter hoch sein – 90 Zentimeter bei größerer Höhe.

Neben dem Gewinn von zusätzlicher Wohn- oder Nutzfläche, dem einfachen und geschützten Zugang ins Freie, kann ein Balkon im Notfall ein zusätzlicher Fluchtweg sein. lucht- und Rettungswege sind Verkehrswege, an die besondere Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit gestellt werden. Entsprechende Verkehrswege sowie die Notausgänge sind in der regel der erste Fluchtweg. Der zweite Fluchtweg kann auch über einen Notausstieg – etwa ein gut erreichbares Fenster oder einen Balkon – angelegt sein. red/tdx