Musik: Ein Hauch Dolly Parton in der Stimme

Musik : Ein Hauch Dolly Parton in der Stimme

Ende September nimmt Sängerin Lena Hafner ihre erste CD auf. Heute tritt sie beim St. Wendeler Rathausfest auf.

Die Stimme von Lena Hafner hat es dem bekannten Singer/Songwriter und Produzenten Julian Dawson sofort angetan. Ende September gehen beide für die Aufnahme der ersten CD-Produktion der 28-jährigen Sängerin und Gitarristin aus Bliesen in ein Hamburger Tonstudio. Vorausgegangen ist eine zufällige Bekanntschaft. Lena Hafner eröffnet mit weichen, rhythmischen Melodien vor drei Monaten im St. Wendeler Kurhaus Harschberg den gemeinsamen Konzertabend. „Sie schreibt tolle Texte, hat eine fabelhafte Stimme und ein absolut sauberes Gitarrenspiel“, hört der gebürtige Engländer sofort heraus. Nur eines stört ihn zunächst. „Warum singt sie denn englisch? Deutsche sollen deutsche Texte singen“, findet der 64-Jährige damals.

Anschließend übernimmt Julian Dawson, der im Laufe der Jahre mit Gerry Rafferty, den Bands Little Feat oder BAP zusammengearbeitet hat, die Bühne. Nach dem Konzert spricht er Lena Hafner an und schlägt die Zusammenarbeit für ein gemeinsames Projekt vor. Die Liste von Leuten, mit denen Julian Dawson befreundet ist und Musik macht, ist fürwahr illuster.

Einer der ersten war Wolfgang Niedecken, der ihn gebeten hat, auf dem Album „Komplizen“ Mundharmonika zu spielen. Daraus resultierte nicht bloß eine Tour mit BAP, sondern eine seitdem bestehende Freundschaft. Julian Dawson kennt man in der Musikszene auch als Biograf und Produzent; unter anderem hat er 2012 das Album „Zosamme alt“ von seinem Kumpel und BAP-Sänger Wolfgang Niedecken aufgenommen.

Nun nimmt er sich quasi einem Neuling an. Lena Hafner ist anfangs perplex, erst wenige Auftritte hat sie hinter sich. „Im Kinder- und Schulchor war ich dabei und habe es mal in einer Band ausprobiert“, erzählt die Erzieherin. Doch viel lieber habe sie es dann mit eigener Musik in Richtung Sängerin/Songschreiberin versucht. „Lenas Stimme hat was von der jungen Dolly Parton und dazu kommt ein gutes Rhythmusgefühl“, meint der Produzent. Auch die von Lena Hafner in seiner Muttersprache interpretierten Lieder ergeben mittlerweile für ihn ein stimmiges Bild. „Die von Hand zu Fuß ohne Tonhöhenkorrektur aufgenommenen Demosongs sind eine gesamte Skizze von ihr“, erklärt der Produzent. Der greift nach genauem Durchhören zum Handy und meldet sich für zwei Tage zur Besprechung und weiteren Vorgehensweise bezüglich einer Album-Produktion in Bliesen an. „Von den 21 Demosongs hat Julian genau die zwölf Titel ausgewählt, die auch ich für die CD favorisiert hätte“, sagt Lena Hafner. Dies, so ergänzt Julian Dawson, sei ein gutes Zeichen für eine gute Zusammenarbeit.

Für Ende September hat er ein Aufnahmestudio im Hamburger Stadtteil Finkenwerder gebucht. „Wir wollen die Produktion so günstig wie möglich gestalten“, betont der 64-Jährige. Denn die Erzieherin, so Julian Dawson weiter, zeige großes Vertrauen und deshalb müsse er sehen, das sie sich während der Studioarbeit wohlfühle. Eine Art Wohnzimmercharakter will er für sie herstellen. „Das Album wird ein Porträt von Lena, so wie sie ist. Das Album soll sich daran orientieren, was sie auf der Bühne präsentiert“, hat Julian Dawson eine genaue Vorstellung. Lena Hafners Gesang und das Spiel auf der akustischen Gitarre soll bei einigen Songs mit Basstönen und Keyboardklängen von Gastmusikern verstärkt werden. „Bis Ende September die Arbeit im Studio beginnt, kriegt sie noch ihre Hausaufgaben“, so der Produzent. Desweiteren werde er sich mit Manuel Bücker, dem Chef der Ramsteiner Konzertagentur Anderswelt-Event, zusammensetzen. „Der wird die Pläne bestimmt unterstützen“, sagt er. Denn bei dem von Bücker veranstalteten Konzertabend im Kurhaus Harschberg sind die Pläne erst möglich geworden. Am heutigen Freitag gibt Lena Hafner schon einmal eine Kostprobe. Ab 15 Uhr tritt die Sängerin und Songschreiberin beim Rathausfest in St. Wendel auf.