Homburg: Ein erster Griff in die Rücklagen-Börse

Homburg : Ein erster Griff in die Rücklagen-Börse

Bei der Volkshochschule Homburg lagen die Ausgaben erstmals über den Einnahmen: 6500 Euro mussten zugeschossen werden. Laut Oberbürgermeister soll der städtische Zuschuss auf 50 000 Euro steigen.

Eigentlich ist bei der Volkshochschule (VHS) Homburg alles im grünen Bereich: Das Kursangebot ist umfangreich, die Zahl der Kursteilnehmer – und damit die Höhe der Einnahmen aus Kursgebühren – auch. Trotzdem hatte der Leiter der VHS, Willi-Günther Haßdenteufel, am Montagabend anlässlich der Jahreshauptversammlung des Bildungsträgers auch eine schlechte Botschaft. So hätten im Jahr 2017 zum ersten Mal überhaupt die Höhe der Ausgaben von etwas über 213 600 Euro die Höhe der Einnahmen von rund 207 100 überschritten. Als Folge habe man den entstandenen Verlust von knapp 6500 Euro aus den Rücklagen decken müssen. Diese hätten nun noch ein Volumen von etwas über 16 000 Euro.

Diese Zahlen aus dem Jahresabschluss präsentierte im Detail Hans Burgard, der zweite Vorsitzende der VHS Homburg. Haßdenteufel kommentierte diese für die VHS neue Situation, auch vor dem Hintergrund vollzogener Sparmaßnahmen im vergangenen Jahr, allerdings ohne Dramatik oder Panik. „Laut Mitteilung unseres Oberbürgermeisters ist die Fortführung unserer Arbeit in der gewohnten Form nicht gefährdet!“ Zum Hintergrund: Aktuell unterstützt die Stadt die VHS jährlich mit 43 000 Euro. Diese Summe allerdings, das betonte Haßdenteufel, sei die gleiche wie noch vor 20 Jahren. „Die Stadt muss sich aber ihrer Fürsorgepflichten gegenüber der Volkshochschule bewusst sein und uns finanziell so unterstützen, dass wir auch weiterhin ein essentieller Standortfaktor dieser Stadt bleiben können.“

Hier gab es dann eine gute Nachricht von Schneidewind, der an der Jahreshauptversammlung teilgenommen hatte. So habe er eine Erhöhung des städtischen Zuschusses in die aktuellen Haushaltsplanungen eingebracht – und er gehe davon aus, dass die in Zukunft vorgesehenen 50 000 statt bisher 43 000 Euro auch eine Mehrheit im Rat fänden.

Was auch in diesem Jahr wieder Thema bei der Jahreshauptversammlung war, das war die räumliche Situation der Volkshochschule, nach wie vor verteilt auf unterschiedliche Standorte in der Stadt. Hier spielt für die Verantwortlichen die Hohenburgschule eine wichtige Rolle. Gegenwärtig laufen dort schon einige Kursangebote, andere finden sich im Berufsbildungszentrum Homburg. Als es am Montag von einer Dozentin Kritik am Zustand der Räume in der Hohenburgschule gab, vermittelte Rüdiger Schneidewind wenig Hoffnung, dass sich daran so bald etwas ändern werde. „Die Haushaltslage der Stadt Homburg ist bekannt. Wir haben im Investitions-Haushalt 1,6 Millionen Euro für sieben aktive Grundschul-Gebäude, für sechs Feuerwehrgerätehäuser, städtische Liegenschaften und Straßen. Es wird also so einfach nicht funktionieren.“

Allerdings, so Schneidewind, gebe es Gespräche mit einem Investor. Der mögliche Plan: Dieser Investor saniert die Hohenburgschule privat und die Stadt mietet Räume zurück. „Da muss aber noch vieles geklärt werden. Das ist ein Weg, der gegangen werden kann. Und das ist auch, wenn überhaupt, die einzige Möglichkeit. Alles andere ist im Moment überhaupt nicht machbar.“ Man sehe aber die Notwendigkeit, sei an dem Thema dran, „aber es wäre unredlich zu sagen, dass dieses Problem im nächsten Jahr gelöst ist“, erklärte Schneidewind.

So wird die Volkshochschule Homburg wohl auch auf Sicht mit ihrer Insellösung, sprich unterschiedlichen Standorten, arbeiten müssen. Und das mit wie in der Vergangeheit beeindruckenden Zahlen. So habe man, wie Willi-Günther Haßdenteufel in seinem Bericht schilderte, im Geschäftsjahr 2017 in insgesamt 245 Kursen 2455 Teilnehmer zählen können.

„Bei den Kursen haben wir so den Schnitt von rund zehn Teilnehmern gehalten. Das ist saarlandweit sehr beachtlich.“ Bei den 29 Einzelveranstaltungen habe man zusätzlich fast 400 Besucher begrüßen dürfen. Gestiegen sei die Zahl der Sprachkurse im Vergleich zu den Vorjahren, so Haßdenteufel. Gut besucht mit im Schnitt zehn bis zwölf Teilnehmern seien auch die Computer-Kurse für Ältere

Die Zahl der Sprachkurse, hier ein Symbolbild, hat bei der Volkshochschule Homburg zugenommen. Foto: picture-alliance / dpa/Thomas_Frey

. Mit Blick auf die 25 Gesundheitskurse des vergangenen Jahr zeigte sich VHS-Leiter Haßdenteufel zudem sicher, dass man einen wesentlichen Beitrag zur Prävention und zur Initiative „Homburg lebt gesund“ leiste.