Ein durchleuchtender Dvorák-Abend mit Bihler und Scheib

Ein durchleuchtender Dvorák-Abend mit Bihler und Scheib

Saarbrücken. Vernahm man da nicht eindeutig Vogelstimmen? Schon möglich, dass Dvorák sich bei der Arbeit an seinem F-Dur-Streichquartett op. 96 (1893) von Naturgeräuschen direkt beeinflussen ließ. Er machte damals im amerikanischen Spillville (Iowa), einer tschechischen Siedler-Exklave, Urlaub und ließ sich von der waldreichen Landschaft seelisch berauschen

Saarbrücken. Vernahm man da nicht eindeutig Vogelstimmen? Schon möglich, dass Dvorák sich bei der Arbeit an seinem F-Dur-Streichquartett op. 96 (1893) von Naturgeräuschen direkt beeinflussen ließ. Er machte damals im amerikanischen Spillville (Iowa), einer tschechischen Siedler-Exklave, Urlaub und ließ sich von der waldreichen Landschaft seelisch berauschen. Das Komponieren aber konnte er nicht lassen. Dass Kunst nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern sich aus vielen Quellen speist, machte eine Wort-Klang-Interpretation deutlich, die am Samstag im vollen Saarbrücker Kleinen Theater im Rathaus Dvoráks Spillville-Quartett medienübergreifend durchleuchtete. Das französische Streichquartett "Les Quatuors d'Aurore" und die Saarbrücker Hörkünstler Katharina Bihler und Stefan Scheib verquickten Musik, Wort und Geräusch zu einem akustischen Gesamtbild von hoher Aussagekraft. Durch Tagebuch- und Pressenotizen, Briefe, Berichte von Zeitgenossen eröffneten sich mancherlei neue Aspekte, die geistigen Wurzeln Dvorákscher Inspiration zu erkennen. "Les Quatuors d'Aurore" - Ausra Vaskeviciute und Patrick Floris (Violine), Raphael Roth (Bratsche), Julien Blondel (Cello) - erwiesen sich als technisch brillant und äußerst homogen. pes