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Ein Bruder, ermordet in der Eifel: Martina Kempffs Krimi-Debut

Eifel. Katja Klein, übergewichtige Modejournalistin aus Berlin und gerade frisch gekündigt, will endlich ihren Bruder kennen lernen und reist aus der Metropole in den westlichsten Zipfel der Eifel. Doch die erste Begegnung wird auch die letzte bleiben, denn sie findet ihren unbekannten Bruder ermordet in einer Blutlache

Eifel. Katja Klein, übergewichtige Modejournalistin aus Berlin und gerade frisch gekündigt, will endlich ihren Bruder kennen lernen und reist aus der Metropole in den westlichsten Zipfel der Eifel. Doch die erste Begegnung wird auch die letzte bleiben, denn sie findet ihren unbekannten Bruder ermordet in einer Blutlache. Und natürlich schenkt ihr der ermittelnde Kommissar wenig Glauben - zu abwegig klingt ihre Beteuerung, dass sie den Ermordeten niemals vorher gesehen hatte. Es kommt allerdings noch schlimmer: Kurz nachdem sie von Fine, der einst besten Freundin ihrer Mutter die mögliche Identität ihres Vaters erfahren hat, stirbt ihr potentieller Erzeuger.

Jetzt hilft nur noch die Flucht nach vorne. Katja richtet sich in dem düsteren Haus ihres Bruders ein und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln - und erfährt dabei einen Kulturschock nach dem nächsten. Nicht nur die sprachlichen Hürden, auch die Eigenheiten der Dorfbewohner erweisen sich als schier unüberwindbare Barrieren. Je tiefer sie in ihre Familiengeschichte eintaucht, desto deutlicher wird, dass es offene Rechnungen gibt und genauso viele Motive für die drei Ermordeten, die seit ihrer Anreise zu beklagen sind.

Auch wenn Martina Kempff die Provinz genauso schildert, wie man sie sich von Vorurteilen verblendet gerne vorstellt, geschieht dies nicht despektierlich, sondern mit einem Augenzwinkern und wohldosierter Ironie - ohne den Spannungsbogen aus dem Blick zu verlieren. Die Mischung aus Dramatik, Witz und Authentizität überzeugt und macht neugierig auf die nächste "Einkehr". chh

Martina Kempff: Einkehr zum tödlichen Frieden, Piper Verlag, 284 Seiten, 14 €.

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