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Eberspächer stärkt Saar-Standort

Esslingen/Neunkirchen. Heinrich Baumann, Geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer Holding GmbH, setzt künftig noch stärker auf das Werk im Saarland. Die dort angesiedelte Abgastechnik entwickle derzeit neueste Abgassysteme für Nutzfahrzeuge in den USA sowie in Europa Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Esslingen/Neunkirchen. Heinrich Baumann, Geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer Holding GmbH, setzt künftig noch stärker auf das Werk im Saarland. Die dort angesiedelte Abgastechnik entwickle derzeit neueste Abgassysteme für Nutzfahrzeuge in den USA sowie in Europa. Diese entsprächen neuen weltweiten Emissionsrichtlinien, die in den USA ab 2010 mit Einführung der neuen Abgasnorm EPA 10 gelten werden, in Europa mit Euro sechs ab 2013. "Bei den europäischen Nutzfahrzeugherstellern, die ihre Aufträge für diese Zeit schon vergeben haben, waren wir bisher sehr erfolgreich und rechnen uns auch für die noch ausstehenden Vergaben sehr gute Chancen aus", betonte Baumann gestern während der Jahrespressekonferenz der Eberspächer-Gruppe in Esslingen. "Damit haben wir dann unser Ziel, weltweit die Nummer eins oder zwei bei höheren Abgasnormen im Nutzfahrzeugbereich zu sein, erreicht." Trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise, so Baumann weiter, "schauen wir zuversichtlich und optimistisch in die Zukunft". Man setze auf "Innovation, neue Technologien, Kostensenkungen und Qualität." Eberspächer habe sich "in wichtigen Zukunftsmärkten strategisch positioniert und ist für den technologischen Wandel in der Automobilindustrie gerüstet", bilanzierte Baumann. Außerdem sei Eberspächer auf den technologischen Wandel in der Autoindustrie vorbereitet. Verstärkt würden dabei neue Märkte wie Brasilien und Indien ins Visier genommen. Auch diese Länder würden europäische Abgaswerte anstreben.Thomas Wünsche, Geschäftsführer Abgastechnik, verweist zudem auf zusätzliche Aufgaben für das Neunkircher Werk. So sei das Sindelfinger Montagewerk wegen mangelnder Folgeaufträge für auslaufende Modellreihen - insbesondere für die E-Klasse - geschlossen und das restliche Produktionsvolumen nach Neunkirchen verlegt worden. Ebenso ging die Produktion von Abgasanlagen für Nutzfahrzeuge vom bisherigen Standort Unna nach Neunkirchen. Hinzu komme, dass das saarländische Werk auch wieder die Produktion bestimmter Komponenten für Abgasanlagen, beispielsweise Metallteile oder auch Rohre, selbst übernimmt, die bisher an externe Zulieferer ausgelagert war. All diese Maßnahmen dienten dazu, "Neunkirchen als größtes Werk der Eberspächer-Gruppe besser auszulasten und die Beschäftigung stabil zu halten", sagte Wünsche.150 befristete Arbeitsverhältnisse wurden nicht verlängert. Weiteren Personalabbau soll es nicht mehr geben, die Stammbelegschaft bei 1600 Mitarbeitern bleiben. Rund die Hälfte des Umsatzes der Eberspächer-Gruppe von insgesamt 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2008 kommt aus dem Saarland. Meinung



Neunkirchen hat Zukunft

Von SZ-RedakteurThomas Sponticcia Aller Wahrscheinlichkeit nach keine Kurzarbeit, keine Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie kein weiterer Personalabbau: wahrlich nicht selbstverständlich in Krisenzeiten. Und dann auch noch die Verlagerung von Aufträgen aus anderen Eberspächer-Standorten in das Werk Neunkirchen, das im Rahmen aller Eberspächer-Aktivitäten sogar noch gestärkt werden soll. Dies alles zeigt: Eberspächer an der Saar läuft entgegen dem Krisen-Trend gut. Zumal von hier aus auch neue Entwicklungen für internationale Märkte auf den Weg gebracht werden. Das sichert nicht nur kurzfristig Beschäftigung. Viele Hausaufgaben sind also gemacht. Gute Aussichten, dass Eberspächer gestärkt aus der Krise hervorgeht. HintergrundDie Eberspächer-Gruppe mit Stammsitz Esslingen musste im ersten Quartal 2009 einen Umsatzeinbruch von 34 Prozent verkraften. Auf das gesamte Jahr gerechnet wird ein negatives Ergebnis erwartet. Als Vorgabe gilt, 2009 rund 50 Millionen Euro einzusparen. 2008 war mit 2,2 Milliarden Euro Umsatz und einem Überschuss von 42,9 Millionen Euro noch sehr gut. ts