| 20:14 Uhr

Zum Spesenskandal im britischen Unterhaus findet die konservative "Sunday Times" aus London klare Worte: Wir haben vielleicht gedacht, dass Parlamentarier inkompetent sind. Nun wissen wir, dass viele von ihnen nicht besser sind als Betrüger, Diebe und Vor

Zum Spesenskandal im britischen Unterhaus findet die konservative "Sunday Times" aus London klare Worte: Wir haben vielleicht gedacht, dass Parlamentarier inkompetent sind. Nun wissen wir, dass viele von ihnen nicht besser sind als Betrüger, Diebe und Vorteilsnehmer. Jeder Abgeordnete, der sich private Ausgaben zurückerstatten ließ, sollte sein Amt aufgeben müssen. (.

Zum Spesenskandal im britischen Unterhaus findet die konservative "Sunday Times" aus London klare Worte: Wir haben vielleicht gedacht, dass Parlamentarier inkompetent sind. Nun wissen wir, dass viele von ihnen nicht besser sind als Betrüger, Diebe und Vorteilsnehmer. Jeder Abgeordnete, der sich private Ausgaben zurückerstatten ließ, sollte sein Amt aufgeben müssen. (. . .) Das Ansehen des Parlaments war seit Generationen nicht mehr so schlecht. Wenn dieser Schaden nicht wieder gutgemacht wird, wird es sich womöglich niemals wieder davon erholen. Ähnlich sieht es das linksliberale Londoner Blatt "Independent": Alle Parteien haben dadurch gelitten. Sie müssen jetzt Eigeninteressen beiseite stellen und umgehend ein bescheidenes, transparentes Ausgabensystem schaffen. Nur ein Urnengang kann angesichts des sich ausweitenden Skandals das politische Establishment aufrütteln. Nur durch eine allgemeine Wahl kann die Öffentlichkeit diejenigen Abgeordneten hinauswerfen, die das System missbraucht haben, damit unser Parlament wieder vertrauenswürdig werden kann. Auch die Zeitung "Luxemburger Wort" richtet einen kritischen Blick nach Großbritannien: Offenbar war die Versuchung für so manchen Parlamentarier übermächtig. Die von Wirtschafts- und Finanzkrise hart getroffenen Bürger sind über den Betrug verständlicherweise empört (. . .) Hauptleidtragender ist jedoch der zunehmend glücklos agierende Brown. Ein Jahr vor dem letzten Termin für Neuwahlen steht er vor einem Scherbenhaufen. Die "Lausitzer Rundschau" bewertet den deutschen Beitrag zum Song Contest in Moskau: Sich dem Trend der osteuropäischen Starter zu beugen und anstelle von überzeugender Musik nun auf erotische Bühnenshows zu setzen, ist schlicht und einfach mit dem Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalt nicht mehr zu vereinbaren. Gebührengelder finanzieren nun den Auftritt des Hamburger Produzenten Alex Christensen und des Musicalsängers Oscar Loya mit der amerikanischen Burlesque-Tänzerin Dita von Teese. Da bleibt einziges Fazit: Willkommen auf dem Niveau der Privatsender. Was bleibt, ist die Erinnerung an "Ein bisschen Frieden". Damals musste man sich für den deutschen Beitrag - unabhängig davon, ob man die Musik mochte - zumindest nicht schämen.