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Die Zukunft liegt in der „Wunschwolke“

Svea Hirchert vom Verein Alwis erklärt den Schülern im Sommercamp Wirtschaft, was im Berufsleben auf sie zukommen wird. Foto: Iris Maurer
Svea Hirchert vom Verein Alwis erklärt den Schülern im Sommercamp Wirtschaft, was im Berufsleben auf sie zukommen wird. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken. Anstatt im Freibad zu liegen, lernen 28 saarländische Schüler im „Sommercamp Wirtschaft“ etwas über Wirtschaft und Berufe. Bereits zum siebten Mal richtet der Verein Alwis das Bildungs camp in Saarbrücken aus. Von SZ-RedaktionsmitgliedJennifer Back

Céline Stoll ist zufrieden mit ihrem Job. Sie ist Immobilienmaklerin - zumindest für fünf Tage. Die 15-Jährige nimmt am "Alwis-Sommercamp Wirtschaft" teil. Beim Planspiel "Spiel das Leben" hat sie den Beruf der Immobilienmaklerin gezogen und schlüpft nun in diese Rolle. "Immobilienmaklerin war sogar einmal mein Berufswunsch", erzählt sie. Mittlerweile möchte Céline lieber Innenarchitektin werden. Obwohl sie schon klare Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft hat, möchte sie im Camp "Klarheit über verschiedene Berufsfelder bekommen", wie sie sagt. Das erhoffen sich auch die anderen 27 Schüler der Klassenstufen 8 und 9, die das Camp während ihrer Sommerferien besuchen und beim Planspiel ganz unterschiedliche Berufe gelost haben.

Michelle Wagner (16) wird im Spiel zur Bewährungshelferin - nicht gerade ihr Traumberuf, sagt sie. "Klar sind einige mit ihrem Beruf nicht ganz zufrieden", sagt Svea Hirchert, Projektleiterin beim Verein Arbeitsleben Wirtschaft Schule (Alwis). Aber das komme auch im wahren Leben öfter vor.

Vor der Ziehung der Berufe haben die Jugendlichen ihre Wünsche in einer "Wunschwolke" aufgeschrieben. Kim-Lisa Rothenberg etwa wünscht sich ein WG-Zimmer mit eigenem Bad und einen alten VW-Bus. Die 16-Jährige hat den Beruf des Goldschmieds gezogen. Jonah Latz (14) möchte ebenfalls in einer WG wohnen und einen Oldtimer fahren. Ob das Gehalt des Restaurantfachmanns, welcher er für fünf Tage spielen wird, am Ende ausreicht, um diesen Wunsch finanzieren zu können, wird er im Lauf der Woche erfahren. Denn dann wird aufgeklärt, inwieweit die Vorstellungen der Schüler von ihrer eigenen Zukunft mit der Realität übereinstimmen. "Wir wollen den Jugendlichen nicht nur aufzeigen, was der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist und was Sozialabgaben sind. Sie sollen vor allem lernen, dass man im Berufsleben oft Kompromisse eingehen muss", sagt Hirchert. So würden sie im Rollenspiel schnell merken, dass nicht jeder Wunsch finanzierbar sei und oftmals nur wenig Zeit für Hobbys bleibe.

"Ziel des Sommercamps ist es, den Schülern bei der späteren Berufswahl eine erste Orientierung zu geben", heißt es aus dem Wirtschaftsministerium, das das Camp finanziert. Zudem solle den Schülern klar werden, dass gute Leistungen in der Schule die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, sagt Hirchert. Um die Jugendlichen fit für den Arbeitsmarkt zu machen, bekommen sie im Bildungscamp Tipps für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. "Wir versuchen, den Schülern eine gesunde Mischung aus Lernen und Freizeit zu bieten. Schließlich haben sie ja Ferien", sagt Hirchert. So steht auch eine Waldrallye auf dem Programm.

Vom 5. bis 9. August findet ein Camp für Schüler der Klassenstufen 10 und 11 statt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Studium, Selbstständigkeit und Unternehmensführung. Noch sind Plätze frei. Anmeldungen unter Telefon (0681) 30 26 40 33 oder E-Mail: info@alwis-saarland.de