Die Zentralbanken greifen ein

Die Zentralbanken greifen ein

Frankfurt. Die Notenbanken rund um den Globus stemmen sich gemeinsam gegen die Krise: Sie wollen Geschäftsbanken leichter, billiger und länger mit US-Dollar versorgen. Gestern gaben die Zentralbanken gemeinsam bekannt, dazu die Preise für so genannte Dollar-Swaps zu senken

Frankfurt. Die Notenbanken rund um den Globus stemmen sich gemeinsam gegen die Krise: Sie wollen Geschäftsbanken leichter, billiger und länger mit US-Dollar versorgen. Gestern gaben die Zentralbanken gemeinsam bekannt, dazu die Preise für so genannte Dollar-Swaps zu senken. Die ersten Reaktionen auf die gestrigen Ankündigung fielen euphorisch aus: Der Dax schoss nach oben und sprang deutlich über die Marke von 6000 Punkten. Das Eingreifen der führenden Zentralbanken nährt die Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald aggressiver gegen die Euro-Schuldenkrise ansteuern wird."Die EZB muss klarmachen, dass sie notfalls bereit ist, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen", fordert der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. Nur so könne verhindert werden, dass auch eine große Volkswirtschaft wie Italien sturmreif geschossen werde und dann der Euro als Ganzes in Gefahr gerate.

Bislang wehrt sich die EZB gegen eine unbegrenzte Finanzierung der Schuldenkrise mit Hilfe der Notenpresse. Der seit November amtierende Notenbank-Präsident Mario Draghi warnt vor einer Aushöhlung der Geldpolitik: "Glaubwürdigkeit kann man schnell verlieren - und die Geschichte zeigt, dass ihre Wiederherstellung hohe wirtschaftliche und soziale Kosten verursacht."

Die gemeinsame Aktion von EZB, Fed sowie den Zentralbanken von Japan, Großbritannien, Kanada und der Schweiz verschafft zunächst einmal vor allem den in Finanznöte geratenen Geschäftsbanken eine Atempause. Zuletzt waren viele Institute nur noch mit Mühe an Geld gekommen. Wegen der Verunsicherung über den Fortgang der Schuldenkrise verliehen sie untereinander kaum noch etwas. Vor allem US-Dollar wurden für viele europäische Institute knapp, die kein eigenes Einlagengeschäft in den USA hatten. In der Folge baute etwa die französische Großbank Société Générale Risiken in Dollar ab und nahm dafür sogar Verluste in Kauf.

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) begrüßte das Vorgehen der Notenbanken: "Diese konzertierte Maßnahme wird das Vertrauen in die Bankenmärkte verbessern. Zudem ist der breite internationale Konsens auch geeignet, Ruhe in die internationalen Finanzmärkte zu bringen." dpa