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Serie Kirchenporträt
Ihr gotischer Turm ist einige hundert Jahre alt

Die Außenaufnahme des Gotteshauses zeigt auch den alten gotischen Turm, der das Ortsbild von Oberkirchen sichtbar prägt. Die Kirche ist der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht (Figur auf dem Foto in der Mitte). In der katholischen Pfarrkirche St. Katharina findet sich auch ein großes Mosaik, das die gesamte Chorwand beherrscht und die Aussendung der Apostel darstellt.
Die Außenaufnahme des Gotteshauses zeigt auch den alten gotischen Turm, der das Ortsbild von Oberkirchen sichtbar prägt. Die Kirche ist der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht (Figur auf dem Foto in der Mitte). In der katholischen Pfarrkirche St. Katharina findet sich auch ein großes Mosaik, das die gesamte Chorwand beherrscht und die Aussendung der Apostel darstellt. FOTO: Ruth Wagner
Freisen-Oberkirchen . Das Gotteshaus St. Katharina in Oberkirchen gliedert sich auf in drei Teile, die zu ganz unterschiedlichen Zeiten errichtet wurden.

Rund 2500 Einwohner zählt die zu Freisen gehörende Gemeinde Oberkirchen im Kreis St. Wendel. Die katholische Pfarrkirche St. Katharina ist neben der bekannten Talbrücke das Wahrzeichen des Ortes. Zeugnisse der alten im gotischen Stil erbauten Kirche sind vor allem der wuchtige Turm aus dem Jahre 1414 und der Taufstein aus dem Jahre 1473. Die Denkmalliste des Saarlandes führt den Turm als Einzeldenkmal auf. Um 1760 wurde an den Turm ein neues Kirchenschiff in Form einer Saalkirche angebaut.


Nach dem Zweiten Weltkrieg strömten immer mehr Menschen in die Kirchen. Deshalb wurde auch das Oberkircher Gotteshaus zu klein und musste durch einen Erweiterungsbau vergrößert werden. Hieran hatte der damalige Pfarrer Peter Haus großen Anteil. Mit Architekt C. Engelhardt kümmerte er sich um die Vergrößerung der Pfarrkirche. Nach dem Kauf mehrerer Grundstücke und vielen Verhandlungen setzte der Pfarrer mit großem Engagement sein Projekt in die Tat um. Ein wichtiges Anliegen war, den gotischen Turm zu erhalten. Die Grundsteinlegung der Erweiterung fand am 22. April 1956 statt, die vorläufige Weihe am 30. Dezember 1956. Die endgültige Weihe vollzog Weihbischof Bernhard Stein im August 1963.

Leider war es Pfarrer Haus nicht mehr vergönnt, die Fertigstellung seiner Kirche zu erleben. Er starb plötzlich während einer Fahrt zur Bundesregierung, um Geld für den Kirchbau zu erbitten. Pfarrer Haus fand seine letzte Ruhestätte im gotischen Turm der Kirche.



Mit einem großen Fest feierte die Gemeinde 2006 das 50-jährige Bestehen des Erweiterungsbaues der Kirche. Aus diesem Anlass hat der Pfarrgemeinderat mit Pfarrer Hanno Schmitt und der Historikerin Andrea Müller die Festschrift „Vom Werden und vom Wandel der Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen in den letzten 50 Jahren“ herausgegeben. Die Broschüre beschreibt ausführlich die Geschichte der Pfarrkirche der vergangenen fünf Jahrzehnte.

Pfarrer Hanno Schmitt kennt sich gut aus in St. Katharina und gibt umfangreiche Erklärungen zum Gotteshaus, aus theologischer und auch aus architektonischer Sicht. Seit dem Jahre 2000 ist er hier Pfarrer.

Ein großes Mosaik beherrscht die gesamte Chorwand. „Es stellt die Aussendung der Apostel dar, ,Gehet hin in alle Welt’“, sagt der Pfarrer. „Christus ist hier übergroß dargestellt und sendet die elf verbliebenen Apostel in alle Welt, was an den Kontinenten Amerika, Europa, Asien, Afrika und Australien teilweise zu erkennen ist“, bemerkt Hanno Schmitt weiter. Bemerkenswert ist, dass dabei die Augen von Christus auf jeden einzelnen Gläubigen schauen, gleich auf welchem Platz er sich in der Kirche auch befindet. Das Altarbild ist sechs mal acht Meter groß. Entworfen hat es der Künstler Franz Mörscher aus Neunkirchen, der im Juli dieses Jahres gestorben ist.

Der Altar stand ursprünglich unter dem Mosaik, wurde jedoch auf Veranlassung des Pfarrers Wilhelm Becker damals nach vorne dichter zu den Gläubigen gezogen. In einer Stele aus Steinen der Umgebung ruht der Tabernakel.

Im Chorraum rechts und links stehen die Patronatsfiguren der Heiligen Katharina von Alexandrien und ihres Konpatrons und Schutzheiligen der Filiale Haupersweiler. Die Apfelmadonna und der Heilige Josef befinden sich gegenüberstehend an der Seitenwand des Chores. Weitere Figuren sind Petrus und Paulus sowie eine restaurierte Antoniusstatue. Nach dem Um- und Erweiterungsbau der Kirche entstanden zunächst zwei Seitenkapellen. Die Seitenkapelle im Süden beherbergt den mittelalterlichen Taufstein. An der Ostwand umrahmen die aus der alten Kirche stammenden Figuren des Heiligen Petrus und Paulus einen romanischen Korpus am Kreuz. In den 1990er-Jahren wurde die Seitenkapelle im Norden in eine von der Hauptkirche getrennte Kapelle umfunktioniert. Am dortigen Altar finden Gottesdienste mit geringer Besucherzahl statt. Pfarrer Schmitt hat hier eine Madonna vor einem marianischen blauen Hintergrund anbringen lassen, die zuvor im Eingangsbereich des Pfarrhauses gestanden hatte.

Auch an der Pfarrkirche St. Katharina mussten natürlich im Laufe der Jahrzehnte Innen- und Außenrenovierungsarbeiten durchgeführt werden. Es ist aber hervorzuheben, dass diese aber von den Oberkircher Gläubigen immer besonders unterstützt wurden.

Auf der Seite Momente stellt die Saarbrücker Zeitung im Wechsel Kirchen und Lebenswege Verstorbener vor.

Außenansichtk katholische Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen
Außenansichtk katholische Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen FOTO: Ruth Wagner
Das Innere der katholischen Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen
Das Innere der katholischen Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen FOTO: Ruth Wagner
Die Heilige Katharina von Alexandrien in der Kath. Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen
Die Heilige Katharina von Alexandrien in der Kath. Pfarrkirche St. Katharina Oberkirchen FOTO: Ruth Wagner