Die Saarmesse wird runderneuert

Die Saarmesse wird runderneuert

Saarbrücken. Rund 700 Aussteller werden die 64. Internationale Saarmesse bestücken, die vom 13. bis 21. April auf dem Messegelände am Saarbrücker Schanzenberg stattfindet. Ulrich Nierhoff, neben Willy Kausch neuer Geschäftsführer der Saarmesse, rechnet mit 120 000 Besuchern. Das entspräche der gleichen Zahl wie 2012

Saarbrücken. Rund 700 Aussteller werden die 64. Internationale Saarmesse bestücken, die vom 13. bis 21. April auf dem Messegelände am Saarbrücker Schanzenberg stattfindet. Ulrich Nierhoff, neben Willy Kausch neuer Geschäftsführer der Saarmesse, rechnet mit 120 000 Besuchern. Das entspräche der gleichen Zahl wie 2012. Wenn sich Nierhoff, der gleichzeitig Geschäftsführer der Messe Berlin ist, durchsetzt, werden sich die Saarländer schnell an einen neuen Standort für die Saarmesse gewöhnen müssen. Nierhoff favorisiert eindeutig die Congresshalle mit einem noch anzubauenden Neubau. Dessen finanzielle Machbarkeit inklusive strategischer Vorteile untersucht eine Machbarkeitsstudie, deren Ergebnisse noch 2013 vorliegen sollen.In der heutigen Zeit hätten nur noch Messekonzepte Erfolg, die die jeweilige Messe mit Kongressen in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft verbinden, so Nierhoff. Denkbar sei auch, in Messezeiten in Nachbarschaft zur Congresshalle Zeltstädte zu installieren, die über eine höchst moderne Innenausstattung verfügen, moderner als in vielen Hallen. Volkswagen habe damit im Rahmen seiner Zuliefererbörse hervorragende Erfahrungen gemacht. Strategisch sollen künftig alle Messen klar voneinander unterscheidbare Schwerpunkte haben. In den vergangenen Jahren hätten gerade die Saarmesse sowie die Welt der Familie eine immer größere Verwässerung erlebt.

Die Saarmesse soll wieder eindeutig zum Aushängeschild der Leistungsfähigkeit der Saar-Wirtschaft und der benachbarten Regionen entwickelt werden. Nierhoff hofft, dass sich dann auch große und mittelständische Unternehmen sowie Kammern und Verbände aus der Region wieder deutlich stärker beteiligen. Diese hatten sich zuletzt immer mehr zurückgezogen, weil sie den Nutzeffekt in einer aus ihrer Sicht zur Verbrauchermesse verkümmerten Saarmesse nicht mehr sahen. Zum Neuanfang trägt die Landesregierung mit einer umfangreichen Präsentation in Halle 1 bei. Neben dem Thema Ausbildung wird erstmals eine praxisnahe Präsentation der Ministerien und ihrer Arbeit angeboten. Ebenfalls stellt sich die Landeshauptstadt mit ihren Beteiligungsgesellschaften vor. Die Halle 4 bestückt erstmals das Wirtschaftsministerium mit den Schwerpunkten Elektromobilität und Energieberatung. Letzteres ist auch der Schwerpunkt des Bundes-Umweltministeriums in Halle 4. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wird zudem die Messe eröffnen. Neu in Halle 4 ist zudem ein Gemeinschaftsstand von sechs Junghandwerkern. Auch die Zahl französischer Aussteller steigt an. Verstärkt werden sollen zudem die Aktivitäten im Messeumfeld. So findet am Dienstag, 16 April, unter Beteiligung des polnischen Botschafters in Deutschland ein Wirtschaftstag Polen statt.

Die Welt der Familie im Herbst soll nach den Worten von Nierhoff mehr junge Menschen als bisher ansprechen. Geplant ist, die Themen Computer, Internet und Games (Spiele) stark hervorzuheben. Es werde behutsam geprüft, welche neuen Messen Sinn machen. Bis 2014 soll ein Konzept stehen. Die schon angebotenen Messen sollen erhalten bleiben. Foto: Oliver Dietze

Meinung

Professioneller

Auftritt muss her

Von SZ-RedakteurThomas Sponticcia

Wenn Saarbrücken als Messestandort nicht verschwinden soll, muss auf allen Ebenen Professionalität her. Heißt: Nachdem weder eine Event-Halle kommt, noch das E-Werk für Veranstaltungen umgebaut wird, muss wenigstens ein Anbau zur Congresshalle realisiert werden, um Messen und Kongresse im Zentrum zu ermöglichen. Land, Landeshauptstadt, Messe und Saarwirtschaft müssen sich auf ein Konzept einigen. Zudem müssen sich auch Unternehmen sowie Kammern und Verbände wieder mehr an der Saarmesse beteiligen. Damit diese von einer verkümmerten Verbraucherschau wieder zu einem Aushängeschild der Leistungsfähigkeit der Saarwirtschaft wird.