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Die Leipziger Buchmesse und Gedanken an „Charlie Hebdo“

Leipzig. Gestern Abend hat die Leipziger Buchmesse begonnen: Bis zum Sonntag präsentieren sich über 2200 Aussteller. Messeschwerpunkt ist in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen. Agentur

Mit einem Appell zur Verteidigung der Meinungsfreiheit hat die Leipziger Buchmesse begonnen. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, sagte gestern Abend im Leipziger Gewandhaus, Ereignisse wie der Terroranschlag auf das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo " seien auch für das Selbstverständnis der Buchbranche eine Herausforderung. Unter dem Slogan "Für das Wort und die Freiheit" will der Börsenverein bei der Messe auf die besondere Verantwortung von Verlagen, Autoren und Buchhandlungen hinweisen. Insgesamt präsentieren sich bei der Frühlingsschau der Branche bis zum Sonntag über 2200 Aussteller .

Der Buchhandel geht laut Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, "mit großem Selbstbewusstsein" in das neue Jahr. Zwar sei der Umsatz 2014 insgesamt um rund zwei Prozent gesunken. Der stationäre Buchhandel habe jedoch nur 1,2 Prozent verloren, sein Umsatzanteil sei damit gegenüber dem Online-Handel um etwa ein Prozent gestiegen.

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) forderte Skipis eine verbindliche Zusage der EU-Kommission, die Buchpreisbindung nicht anzutasten: "Sie ist der Garant für Qualität und Vielfalt unserer Branche."

Beim Festakt gestern Abend wurde der rumänische Autor Mircea Cartarescu mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geehrt. Er erhielt die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine "Orbitor"-Romantrilogie, die inzwischen auch auf Deutsch vorliegt. Messeschwerpunkt ist dieses Jahr das 50-jährige Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen. Mit Spannung wird am Donnerstag die Vergabe des mit 45 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreises erwartet.