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Leserbrief Donald Trump
Die EU muss sich umorientieren

 Staaten haben im internationalen Umfeld zwei Hauptinteressen: Sicherheit und Wirtschaft. Wenn nun die USA (es ist ja nicht nur Trump, die Hälfte seines Landes findet Umfragen zufolge gut, was er so macht) kein verlässlicher Partner mehr sind oder sein wollen, dann muss die EU eben selbst für sich sorgen.

Nehmen wir die Verteidigungsbudgets EU-weit zusammen, formen eine EU-Rüstungsindustrie à la Airbus (Wertschöpfung bleibt hier innerhalb der EU) und bilden ein EU-Heer. Gleichzeitig ist die Frage, was die Nato noch soll (die durch Wortbruch bei der Osterweiterung Russland erst dazu gebracht hat, sich wieder bedroht zu fühlen und gegenzusteuern). Ohne die Nato begegnet sich die EU mit Russland auf Augenhöhe, ohne den Dauer-Aggressor USA. Wirtschaftlich sind die USA zwar ein starker Markt, aber warum orientieren wir uns langfristig nicht mehr südlich? Da wächst ein ganzer Kontinent vor unserer Haustür zusammen, mit gemeinsamer Währung (Eco) und Wirtschaftsunionen; investieren wir statt weiter in den USA in E-Auto-Werke in Afrika, günstige Fahrzeuge für den dortigen Markt. Man schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Billiger testen kann man E-Mobilität nicht, die Erfahrungen und Skaleneffekte kommen auch uns hier zugute, es gibt neue Absatzmärkte für unsere Technologien und nebenbei stabilisieren sich die Länder und es gibt weniger Wirtschafts- oder Regimeflüchtlinge von dort.


Michael Queitsch, Wadgassen